Guo Moruo – Kleine Biographie

GUŌ Mòruò wurde 1892 unter dem Namen Guō Kāizhēn (郭开贞) in einer wohlhabenden Familie in Sichuan geboren. Schon früh begann er, sich für Pantheismus zu interessieren, namentlich für die Ideen des Philosophen Zhuangzi. Nach einer traditionellen, jedoch von Umbrüchen geprägten Ausbildung wurde er mit einer ihm bis dato Unbekannten durch seine Familie in einer arrangierten …

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Ein Wort von Kimura Naoji

»Der Weisheit letzter Schluß ist also bei mir dieses: Man soll Goethe nicht in irgendeiner Übersetzung lesen, sondern immer nur im Originaltext, und zwar in einer ausführlich kommentierten Ausgabe. Es lohnt sich, deswegen die deutsche Sprache zu erlernen. Oder aber vielleicht mache ich für mich persönlich eine japanische Faust-Übersetzung. Sie wird dann sicher meiner Kritik …

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Literaturbeschaffung in Tokyo

Durch ein Kurzstipendium hatte ich die Gelegenheit, vor Fertigstellen meiner Abschlußarbeit noch einmal in Tokyo relevante Literatur zu sammeln. Wenn es auch vom gewöhnlichen Inhalt dieses Journals etwas abweicht, gebe ich gern ein paar Erfahrungen aus dieser Zeit weiter. Generell ist es wichtig, bereits vor der Anreise Professoren um Empfehlungsschreiben zu bitten und Kontakte mit …

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Vortragsankündigung: „Ich muß es anders übersetzen“

Auf dem diesjährigen Deutschen Orientalistentag (20. – 24. September) werde ich einen Vortrag halten mit dem Titel „Ich muß es anders übersetzen“: Die „Faust“-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo Abstract: Da Goethes Faust in Inhalt, Sprache und Form im europäischen Denken verwurzelt ist, könnte es erstaunen, daß dieses Werk auch in China und Japan …

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Der perfekte Titel

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin Filmfestspiele statt, bei denen man die Gelegenheit hat, Filme aus aller Herren Länder zu sehen. Als gebürtiger Berliner verhält es sich wie mit vielen Attraktionen, die die Stadt zu bieten hat: Man lernt sie erst kennen, wenn Gäste zu Besuch sind. Aus ebendiesem Grund stand ich in diesem …

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Gastauftritt: Inoue Hisashis „Tenpō Jūninen no Sheikusupia“

Am besten würdigt man einen Schriftsteller, indem man seine Werke bekannt macht. Dieser Eintrag wird ein Gastauftritt in gleich dreifachem Sinne. Zum ersten ist der ausgewählte Text weder von Goethe, Guo oder Mori, sondern von Inoue Hisashi. Zum zweiten habe nicht ich den Text übersetzt, sondern Nina Olligschläger, die eine wissenschaftliche Übertragung des Stückes mit …

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Inoue Hisashi ist tot

Vor drei Tagen, am 9. April 2010, ist INOUE Hisashi (井上ひさし) im Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Obwohl bisher nur sehr wenig von ihm ins Deutsche übersetzt wurde,1 war Inoue einer der führenden japanischen Literaten der Nachkriegszeit. Er hat aus den reichen Möglichkeiten seiner Sprache geschöpft und war einer der wenigen Schriftsteller, die neben Tiefsinn …

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Jeder kennt es!

Aber haben Sie es auch gelesen? – Mit diesen Sätzen lockt der japanische Comic Fausuto, Goethes Werk kennen zu lernen. Faust auf der Bühne aufzuführen ist wegen der inhaltlichen Dichte, aber der losen dramatischen Konstruktion ein keineswegs leichtes Unterfangen. Welche Möglichkeiten bietet ein Comic? Nun, zum einen sind keine Grenzen gesetzt, was die optische Gestaltung, …

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Ein ängstlicher Mann mit Glatze

Über Mori Ōgai wurde schon viel geschrieben, und deutsche Leser haben das Glück, auf ungewöhnlich viele Informationen Zugriff zu haben, da an der Mori-Ōgai-Gedenkstätte und andernorts seit vielen Jahren an der Publikation seiner Werke und an Schriften über ihn gearbeitet wird. Doch natürlich wird auch in Japan viel publiziert und manchmal sogar etwas, das man …

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Geschichte im Kontext

Wer sich am achten Februar trotz eisigen Wetters ins Konfuziusinstitut Berlin gewagt hatte, konnte Prof. Klaus Mühlhahns Vortrag: „Die Vierte Mai Bewegung 1919 im globalen Kontext – Eine Neubestimmung“ hören. Mühlhahn ist zur Zeit Professor für Geschichte an der Universität Indiana, kehrt jedoch im Mai dieses Jahres als Professor an das ostasiatische Institut der Freien …

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