Inoue Hisashis Werk umfaßt eine Reihe kurzer, oft heiterer und leichter Essays, von denen ich hier eines vorstellen möchte. Es stammt aus dem Buch Fu fu fu.
Der längste Name der Welt
Wenn ich an einem Roman oder an einem Drama zu arbeiten beginne, dann sind das, was mir oft unerwartet viele Schwierigkeiten bereitet, die Namen für die auftretenden Figuren. Zum Beispiel wäre „Yamada Hanako[1] zu einfach und würde umgekehrt einen starken Eindruck vermitteln. Namen wie „Yamada Shizue“[2] gefallen mir, aber sind letztlich veraltet. Und dennoch ist „Yamada Asuka“[3] zu modern und nimmt alle Kraft.[4]
In solchen Momenten beneide ich die Schriftsteller aus Myanmar. Dort braucht man keinen Nachnamen. Genauso wie beim Tenno reicht der Vorname aus. Wenn man die schönen Worte Aung San Suu Kyi[5] zusammenfügt, wird daraus ein Vorname. Aung bedeutet „Sieg“ oder „Übertreffen“, San heißt „selten“, Suu bedeutet „ansammeln“ und Kyi „rein“.[6] Zusammen ergeben sie einen „von in der ganzen Welt seltener Reinheit überströmenden, vortrefflichen Menschen“. Außerordentlich schön.
Russische Schriftsteller haben vielleicht auch Sorgen bei der Namensgebung. Wie Sie wissen, sind russische Namen aufgebaut aus Vorname + Vatersname + Nachname. Das habe ich einmal mißbraucht und ein Stück geschrieben, bei dem viele Russen mit anstrengenden Namen auftreten. Der Vater heißt Alexandr Drachmaninov Urvibakbanowski, die Ehefrau heißt Olga Feufiraktvina Urvibakbanowskaya…[7] Ich habe mir Sorgen gemacht, daß das die Schauspieler dazu bringt, sich auf die Zunge zu beißen, aber nach einigen Sprechübungen konnten sie es bald fließend aufsagen. Übung macht wahrhaft Meister.[8]



