Inoue Hisashi – Was Gesaku für mich bedeutet

Ich freue mich sehr, das meine Übersetzung des Essays „Was Gesaku für mich bedeutet“ von Inoue Hisashi in der 60. Ausgabe der „Heften für Ostasiatische Literatur“ (HOL) erschienen ist. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Redaktion für die hilfreichen Hinweise und auch an das Inoue jimusho, das mir die Übersetzung und Veröffentlichung ohne Kosten für das Copyright gestattet hat.

In dem Text schreibt Inoue über seine frühen Studienjahre, die Konflikte zwischen seinem nordjapanischen Dialekt und der Dominanz der Sprache Tokyos, seine Entdeckung des Edo-zeitlichen Gesaku und die Veränderungen in seinem Leben, die durch die Beschäftigung mit dieser Literatur eingetreten sind. Schließlich stellt er auch einige Kibyôshi näher vor.

 

Inoue Hisashi: »Was Gesaku für mich bedeutet«, in: Hefte für Ostasiatische Literatur, Nr. 60 (2016) 54 – 71; aus dem Japanischen von Nora Bartels.

 

HOL60

Oikawa-sensei in Heidelberg

Der für mein Sprachlernen prägendste Lehrer, Herr Oikawa Kôji, kommt zum ersten Mal im Zuge einer großen Vortragskreise nach Heidelberg. Ich möchte auf diesem Wege auf einen hörenswerten Vortrag hinweisen:

In der nächsten Woche spricht Oikawa Kôji, Sprachdozent der Qinhua-Universität, in den Räumen unserer Japanologie über Lernstrategien (am 27.) bzw. Lehrmethoden (am 28.). Der erste Vortrag wird gedolmetscht, der zweite wendet sich an Japanisch-DozentInnen und -LehrerInnen.

Es geht in dem Vortrag allem um lernwissenschaftlich erprobte Techniken des Vokabellernens und darum, wie man eine authentische Aussprache üben kann. Ich kann jedem, der die Gelegenheit dazu hat, empfehlen, die Veranstaltung zu besuchen. Herr Oikawa ist in China mittlerweile zu einer Art Lehrer-Star geworden, da die Absolventen seiner Kurse so erfolgreich sind.

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OIKAWA Kōji
„Der Schlüssel zur Verbesserung Ihrer Japanischkenntnisse“
(Vortrag in japanischer Sprache mit deutscher Übersetzung)

Datum: 27. 10. 2015 (Dienstag)
Zeit: 18:00 – 19:30 Uhr
Ort: Japanologie der Universität Heidelberg, Akademiestraße 4-8, Zimmer 136

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OIKAWA Kōji
„Wie man Studierenden bei ihrer Entfaltung helfen kann“

Datum: 28. 10. 2015 (Mittwoch)
Zeit: 14:00 – 15:30 Uhr
Ort: Japanologie der Universität Heidelberg, Akademiestraße 4-8, Zimmer 109

germany

Vortrag auf dem 16. Deutschsprachigen Japaologentag

Dieses Jahr findet der Japanologentag vom 26. bis zum 28. August an der Universität München statt. Wer möchte, kann mir am Samstag dabei zuhören, wie ich einen kleinen Teil aus meinem momentanen Forschungsprojekt, Inoue Hisashi und die Gesaku-Literatur der Edo-Zeit, vortrage. Es wird dieses Mal um Inoues Stück „Omote ura Gennai kaeru gassen“ gehen, das viele Werke Hiraga Gennais zum Vorbild nimmt und anhand dieser Vorlagen Sprache, Aufbau und Inhalt gestaltet.

Sektion Moderne Literatur, Session 1
Raum: AU 117
Donnerstag, 27. August
16:00 – 16:30

Beim Namen nennen

Sicherlich fragen Sie sich oft, was Sie Gutes für Übersetzer tun könnten. Sie ermöglichen schließlich Einblicke in fremde Literaturwelten, erklären Politik, Gesellschaft, Kultur und weiten die Horizonte; trotzdem stehen sie nicht nur im Schatten der Texte, die sie erzeugen, sie sind oft unsichtbar – und das buchstäblich buchstäblich. Obwohl Stunden, Wochen und Jahre investiert werden, um beispielsweise einen Roman zugänglich zu machen, werden Übersetzer nur äußerst selten bei Literaturangaben, geschweige denn auf dem Einband angegeben.

Wenn Sie sich das nächste mal fragen, was Sie Gutes für Übersetzer tun könnten: Gönnen Sie diesen unterbezahlten Idealisten wenigstens ihren Namen.

Fragen zur kommerziellen Manga-Übersetzung

comicdeskEinige der Fragen, die mir bei einem Vortrag dazu gestellt wurden, habe ich hier zusammengetragen.

Kann man von Manga-Übersetzung leben?

Nicht gut. Wenn man bei verschiedenen Verlagen mehrere Aufträge sicher hat, kann man zumindest überleben, aber wie bei vielen Berufen als Freischaffender ist das auf dünnem Eis gebaut und man hangelt sich von Auftrag zu Auftrag. Für Berufsanfänger würde ich diese Frage mein „nein“ beantworten wollen.

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Verwertung von Exkrementen in der Edo-Zeit

Geheimnisvolle Toilette

Geheimnisvolle Toilette

Edo-Zeit und Fäkalien? Ein Vortrag wie die Faust aufs Auge – auf mein Auge zumindest.

Letzte Woche sprach Prof. Aratake Kenichiro 荒武賢一朗 (Tōhoku Universität) an der Universität Heidelberg über sein Forschungsthema: die Verwertung von Exkrementen in der Edo-Zeit im Raum Osaka. Fäkalien waren in der Edo-Zeit ein teures Handelsgut. Zunächst wurden die Fäkalien von Händlern bei einzelnen Haushalten eingekauft und dann teurer an Bauern verkauft, die sie als Dünger nutzten. Später wurden die Zwischenhändler umgangen und wohlhabende Bauern (und Bootsinhaber) kauften direkt. Etwa alle zwei Wochen wurde die Ware dann in Booten an ihren Bestimmungsort gebracht, wo sie noch einige Zeit aufbewahrt wurde.

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Schlecht gemacht oder nur schlechtgemacht? Die Neue Deutsche Rechtschreibung

Die Überschrift fristet ihr Dasein als bloßer Aufhänger – die Rechtschreibreform von 1996 war schlecht gemacht, das wissen sogar diejenigen, die sie initiiert haben. Der Wahnsinn aus der Mitte der Neunziger wurde zehn Jahre später abgemildert; zurück blieb etwas, das mehr einer Rechtschreib-Empfehlung als einem -Regelwerk gleicht – und jede Menge Einzellösungen, die sich von Verlag zu Verlag, ja von Person zu Person unterscheiden.

Meinem ordnungsliebenden Herzen widerstrebt solche Schreibvarianz, allerdings hat es sich inzwischen ein dickes Fell zulegen müssen: Ein Blick ins Japanische stumpft auch den schärfsten Reformgegner ab, denn dort kann jedes Wort in mindestens drei, häufig mehr Varianten geschrieben werden. Ganz so weit haben es die Reformisten nicht gebracht, aber die entstandene Konfusion ist doch recht beachtlich.

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