Nov 242012
 

Ich habe die Ehre, im Rahmen der Feierlichkeiten zu Mori Ôgais 150. Geburtstag in der Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin einen Vortrag halten zu dürfen. Es wird eine Einführung in die Faust-Übersetzung Moris und ist für Besucher offen. Fachkenntnisse sind nicht notwendig.

Im Anschluß spricht Herr Prof. Kracht über Moris Verhältnis zur Religion.

“Ôgais Faust-Übersetzung” Vortrag von Nora Bartels (Universität Osaka)

“Ôgai und die Religion – Weihnachten im Haus Meerblick” Vortrag von Prof. Klaus Kracht (Humboldt-Universität)

19. Dezember 2012
18:00 Uhr

Mori-Ôgai-Gedenkstätte
Luisenstr. 39
Berlin-Mitte

 

Apr 282012
 

Mittwoch, 29.8.2012, 9:00 Uhr, KOL-Hauptgebäude der Universität Zürich in der Rämistr. 71, Raum F109

Abstract:

Gesaku, zu deutsch »spielerische Werke« oder »im Spaß Gemachtes«, ist ein Begriff für verschiedene Arten von – teilweise illustrierter – Prosa der mittleren und späten Edo-Zeit, deren Kennzeichen Humor und ein ausladend-phantasievoller Umgang mit der Sprache ist. Inoue Hisashi (1934–2010), dessen Schaffen ihm nicht nur den Naoki-Preis und zahlreiche weitere Auszeichnungen, sondern auch ein ausgesprochen großes Lesepublikum verschaffte, greift in seinen Dramen, Romanen, Erzählungen und Essays Traditionen der Edo-Zeit auf, sei es im Stil, in der Themenwahl, oder indem er sich theoretisch wie historisch mit der Gesaku-Literatur und ihren Schriftstellern beschäftigt.

Inoue wurde in verschiedenen Zusammenhängen shin gesakusha (»neuer Gesaku-Literat«) genannt und hat, dieses Label ablehnend, sich selbst in einem Interview als nise-gesakusha, also als Nachahmung bzw. Fälschung eines Gesaku-Schriftstellers, bezeichnet. Wie aber ist die Bezeichnung shin gesakusha zu verstehen, die in der japanischen Literaturwissenschaft für eine Reihe höchst unterschiedlicher Schriftsteller bemüht wurde? Sind inhaltliche oder stilistische Merkmale hier Kriterium? Oder fließen noch andere Überlegungen ein? Läßt sich Gesaku als Genre definieren, und wenn ja, ist es sinnvoll, diesen Begriff für Literatur der Gegenwart zu benutzen? Zur Beantwortung dieser Fragen meiner Forschung führe ich eine philologische Analyse ausgewählter Werke Inoues durch. In meinem Vortrag stelle ich Passagen daraus geeigneten Ausschnitten der edozeitlichen Literatur gegenüber und zeige so Übereinstimmungen, aber auch Grenzen der Ähnlichkeit auf. Die Philologie bietet auf diesem Wege einen Schlüssel zum Verständnis der Literatur Inoues.

 

Japanische Version / 日本語:

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Mrz 162012
 
Bibliothek der Universität Osaka

Bibliothek der Universität Osaka

»Für einen globalen Horizont der Geisteswissenschaften« heißt das Motto des Studentenworkshops mit Rednern aus drei Universitäten, die Ende März in der Osaka-Universität zusammentreffen werden. Ich stelle dort mein Dissertationsthema vor unter dem Titel: ›Shin gesaku sha‹ Inoue Hisashi to Edo bungaku 「新戯作者」井上ひさしと江戸文学 (Der ›Neue Gesaku-Literat‹ Inoue Hisashi und die Literatur der Edo-Zeit). Der Eintritt ist frei.

Datum: 27. März 2012

Uhrzeit: 10-19:30 (mein Vortrag: 16:40–17:20)

Ort: Osaka Universität, Toyonaka-Campus, Student Commons, Kaihōgata seminar shitsu

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten im Workshop-Programm.

Jan 132012
 
Zürich Hauptgebäude

Zürich Hauptgebäude

Inzwischen steht das vorläufige Programm des 15. Japanologentages fest, der vom 28. bis 30. August in Zürich stattfinden wird. Im Rahmen der Sektion »Literatur I – Die Zukunft der Philologie«, geleitet von Frau Prof. Árokay und Herrn Prof. Quenzer, spreche ich am 29. August zu meinem Dissertationsthema »Gesaku im Werk von Inoue Hisashi«. Ich bin gespannt auf die anderen Vorträge freue mich auf einen Ausflug in den milden europäischen Sommer.

Dez 292011
 
Auf den ersten Blick sieht man den Wachturm von Yoshiwara - der zweite Blick enthüllt ein Stück Tofu in einer Schale

Auf den ersten Blick sieht man den Wachturm von Yoshiwara - der zweite Blick enthüllt ein Stück Tofu in einer Schale

Vom 19. bis 22. Dezember hielt der emiritierte Professor der Tōkyō-Universität, Nobuhiro Shinji 延広真治, an der Universität Osaka eine Intensiv-Vorlesung über Santō Kyōdens »Kimyō zui« 『奇妙図彙』. Das Buch enthält, nach einer kurzen Einleitung, eine Reihe Bilderrätsel, die aus Schriftzeichen oder alltäglichen Gegenständen in ungewohnter Perspektive entstanden sind und immer eine intelligente Wendung enthalten. Continue reading »

Okt 032010
 
Uni Marburg: Genauso unterschiedlich wie das Programm

Uni Marburg: Genauso unterschiedlich wie das Programm

Die Frage, was eigentlich zum »Orient« zähle, ist nicht leicht zu beantworten – wenn man sich die Fächervielfalt des 31. DOTs ansieht, jedenfalls eine ganze Menge: Von Afrikanistik bis Zentralasien war eine ganze Menge Welt vertreten. Daß all diese Fächer dennoch sinnvoll in einem Programm untergebracht werden konnten, ist das Verdienst der Veranstalter der Universität Marburg.

Die Eröffnungsfeierlichkeiten in der Aula der Alten Bibliothek wurden durch eine hervorragende Festrede von Prof. Thomas Bauer (Münster) gekrönt, die ein paar Vorurteile zu dem, was deutschen Medien als »typisch muslimisch« gilt, geradegerückt hat, zugleich aber auch berührte, was alle, die sich intensiv mit fremden Kulturen beschäftigen, Sorgen bereiten muß: Das Mißtrauen und Unverständnis gegenüber Erscheinungsformen anderer Länder, die aus unzureichender Information und allzu viel Lust am schnellen Urteilen herrühren.

Die Vielfalt des DOTs und Größe des Kongresses (über achthundert Teilnehmer) ist lobenswert, wenn auch bald offensichtlich wurde, daß verhältnismäßig wenig Besucher die Chance nutzten, an fachfremden Veranstaltungen teilzunehmen. Die Sinologie und Japanologie waren dieses Mal dennoch recht gut besucht  und die Veranstaltungen zeigten eine weite Bandbreite dessen, was die Fächer zu bieten haben.

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Sep 052010
 
Programmheft des diesjährigen DOTs

Programmheft des diesjährigen DOTs

Mittlerweile stehen Datum, Zeit und Ort meines Vortrags auf dem 31. Deutschen Orientalistentag in Marburg fest. Alle Zuhörer sind herzlich willkommen:

Freitag, 24. September 2010

9-10:30 (Block 3)

Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B07

zu meinem Vortrag mit dem Titel »Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen
von Mori Ōgai und Guo Moruo«.

Mai 092010
 

Auf dem diesjährigen Deutschen Orientalistentag (20. – 24. September) werde ich einen Vortrag halten mit dem Titel

Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo

Abstract:

Da Goethes Faust in Inhalt, Sprache und Form im europäischen Denken verwurzelt ist, könnte es erstaunen, daß dieses Werk auch in China und Japan beliebt und einflußreich werden konnte, obwohl diese Länder andere historische, religiöse und nicht zuletzt sprachliche Hintergründe haben. Dieses Phänomen ist sicherlich durch die Universalität des Werks selbst zu erklären, und doch war die erste Voraussetzung dafür, daß es übersetzt wurde. Unter den Dichtern und Wissenschaftlern, die Faust in China und Japan bekannt machten, haben Guo Moruo und Mori Rintarō, genannt Ōgai, eine besondere Rolle gespielt.
Aber welchen Goethe lasen Japaner und Chinesen damals? In meinem Vortrag soll der Versuch unternommen werden, die Übersetzungen einer ausgewählten Faust-Passage zu analysieren und dabei zu zeigen, welche Strategien und Techniken die beiden Übersetzer angewendet haben, sowie ob stilistische oder inhaltliche Veränderungen vorgenommen wurden.

Möglicherweise hat ja der ein oder andere Leser die Gelegenheit vorbeizuschauen. Über eine anschließende Diskussion würde ich mich sehr freuen.

Englische Version: Continue reading »

Mai 022010
 
Nichts für Zuspätkommende: Nakamura Yoshihiros "Goruden Suramba"

Nichts für Zuspätkommende: Nakamura Yoshihiros "Goruden Suramba"

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin Filmfestspiele statt, bei denen man die Gelegenheit hat, Filme aus aller Herren Länder zu sehen. Als gebürtiger Berliner verhält es sich wie mit vielen Attraktionen, die die Stadt zu bieten hat: Man lernt sie erst kennen, wenn Gäste zu Besuch sind. Aus ebendiesem Grund stand ich in diesem Frühjahr dort, wo ich eigentlich niemals hatte stehen wollen: in der langen Schlange der Kartenkaufenden am Potsdamer Platz. Als ich aber an der Reihe war, kam die noch größere Überraschung.

Den Titel des Filmes, den meine Begleitung sehen wollte, hatte ich mir gemerkt und sagte ihn der Verkäuferin. Zu meinem Erstaunen konnte sie den Film in der Datenbank nicht finden und bat mich, Tag und Uhrzeit der Aufführung zu nennen. Glücklicherweise hatte ich mir Notizen gemacht und konnte beides nennen – doch weiterhin erfolglos. Um diese Zeit spielte kein Film namens Golden Slumber. Welcher Film statt dessen spiele? Goruden Suramba.

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Feb 242010
 
Eine Ausgabe der Xiangjiang-Zeitung, (湘江评论 Xiangjiang Pinglun, englischer Name: Shian Kian Weekly Review) die von Juni bis August 1919 erschien

Eine Ausgabe der Xiangjiang-Zeitung, (湘江评论 Xiangjiang Pinglun, englischer Name: Shian Kian Weekly Review) die von Juni bis August 1919 erschien

Wer sich am achten Februar trotz eisigen Wetters ins Konfuziusinstitut Berlin gewagt hatte, konnte Prof. Klaus Mühlhahns Vortrag: „Die Vierte Mai Bewegung 1919 im globalen Kontext – Eine Neubestimmung“ hören. Mühlhahn ist zur Zeit Professor für Geschichte an der Universität Indiana, kehrt jedoch im Mai dieses Jahres als Professor an das ostasiatische Institut der Freien Universität zurück, in dem er 1993 sein Studium begonnen hatte.

Die Bewegung des 4. Mai ist eine der interessantesten intellektuellen Strömungen der chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und hochrelevant für die gesamte darauf folgende Entwicklung. Prof. Mühlhahn hat sich in seinem Vortrag zur Aufgabe gemacht, den Geschichtsabschnitt aus einem globalen Blickwinkel zu betrachten und das Paradigma zu brechen, die Bewegung sei von außen unbeeinflußt und vorrangig national orientiert gewesen. Dazu umriß er zunächst, welche Ereignisse in anderen Ländern der Bewegung des 4. Mai vorangingen, sprach dann darüber, auf welche Weisen China Zugriff auf diese Informationen hatte und gab schließlich einen kurzen Ausblick auf andere Ereignisse chinesischer Geschichte, die im globalen Kontext zu verstehen seien.

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Okt 032009
 
Melanchthonianum der Universität Halle

Melanchthonianum der Universität Halle

In diesem Jahr wurde der alle drei Jahre stattfindende Japanologentag in der Martin-Luther-Universität Halle ausgerichtet, und Japanologen kamen von hüben und drüben, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Freilich haftet solchen Veranstaltungen immer ein Hauch von Schaubudenhektik an: Es gilt schließlich, in zwanzig Minuten seine letzten Forschungsjahre zusammenzufassen, für Uneingeweihte aufzubereiten und – so vorhanden – die spannenden Aspekte herauszustellen. Daß diese Forschung sich auch eher selten mit den vorgegebenen Themen deckt, hindert natürlich nicht am Vortrag – Schlagwörter haben schließlich lange Haare, an denen man sie in solchen Situationen gut herbeiziehen kann.

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Jun 252009
 
Prof. Oshio

Prof. Oshio

Professor OSHIO Takashi 小塩節, Germanist und ehemaliger Diplomat, hielt heute in der Japanischen Botschaft einen Vortrag: “Goethe und die Japaner”. Bereits die Wahl des Titels verriet, daß es sich bei der Rede um einen populärwissenschaftlichen Vortrag handeln mußte, denn “den Japanern” begegnet man eigentlich ausgesprochen selten.

In sehr liebevollem Ton und äußerst unterhaltsam rezitierte Prof. Oshio Goethes “Wanderers Nachtlied” in drei Sprachen, hob besonders bewegene Worte und Stimmungen darin hervor und zog einen Vergleich zu Matsuo Bashō, in dem er die These vertrat, daß die beiden Dichter ähnlich “musikalisch” dichteten. Auch streute er Anekdoten aus seiner Zeit als Übersetzer ein, legte eine preisverdächtige Thomas-Mann-Imitation hin und sang mit klarer Stimme drei Lieder. Erfuhr man zwar wenig über “Goethe und die Japaner”, so doch zumindest vieles über “Goethe und den Japaner”.