Promovieren oder nicht promovieren

doktorfischDas ist in letzter Zeit in meinem Bekanntenkreis öfter mal die Frage. Als gewissermaßen Betroffene werde ich da gerne mal um Rat gebeten und gebe immer folgenden:

Wenn man hundertprozentig vom Thema überzeugt ist und weiß, daß man damit mit Freude drei bis fünf Jahre verbringen kann, sollte man die Doktorarbeit schreiben.

Man kann noch viel mehr dazu sagen (vgl. Links unten), aber wirklich wichtig ist eigentlich nur diese Voraussetzung. Alles andere führt zu Katastrophen oder unglücklichen Doktoranden. Man kann sich in Ruhe an seine Magister- oder Masterarbeitszeit erinnern und fragen, ob man, auf sich allein gestellt, gut arbeitet. Denn wenn man nicht gerade in eine Graduate School eingebunden ist, hat man praktisch mit niemandem Kontakt, außer mit seiner Betreuerin oder seinem Betreuer. Oft ist man auch so spezialisiert, daß es gar nicht so leicht möglich ist, sich mit anderen über sein Thema auszutauschen.

In einigen Fächern gibt es schon eine kumulative Dissertation, d.h. man schreibt keine lange Arbeit, sondern mehrere kleine Aufsätze. Die obigen Probleme treten da entweder weniger auf, weil kein riesiges Projekt zu bearbeiten ist, oder ständig, weil immer wieder Projekte fristgerecht fertiggestellt werden müssen. Auch da kann eine Minute Gedenken an die vergangenen Hausarbeiten hilfreich sein.

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Einen schönen Aufsatz zur Entstehung einer Dissertation hat Lars Frers geschrieben.

Ebenfalls lesenswert, auch, wenn man über eine Promotion erst noch nachdenkt, ist B. J. Epsteins Artikel When to Give Up the PhD.

Ein Kommentar

  1. Danke für den Hinweis! In der Tat ist das ein guter Rat. Nach vielen Gesprächen mit Doktoranden, ehemaligen promovierten Doktoranden und ehemaligen nicht promovierten Doktoranden ist das in etwa auch die Quintessenz, die ich erhalten habe: es muß einem von Anfang an Spaß machen und man muß für sein Thema brennen. Wenn man nicht den Eindruck hat, daß genau die Arbeit geschrieben werden muß, geht einem irgendwann die Puste aus.

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