Faustverhunzung made in China

Nicht nur in europäischen Gefilden betreibt man Bilderstürmerei – ob nun mit bösen Absichten oder im Glauben, Goethe verbessern zu müssen oder können. Der chinesische Dramatiker Shenlin (沈林) konnte mit seinem Stück “Faust. Eine Raubkopie” (盗版浮士德) große Erfolge auf der Pekinger Bühne verzeichnen, wo es zu Goethes 250. Geburtstag uraufgeführt wurde. Es ist ein wildes Sammelsurium aus Originaldialogen (z.B. der Kerkerszene), anderen Versatzstücken über Goethe mit einer starken, bis ins Lächerliche gezogenen Modernisierung (Mephisto als Fernsehregisseur, Gretchen als Praktikantin, Faust im Auftrag der NASA auf dem Mond…). Die Verflachung ist vorprogrammiert – aber sehen wir anhand eines kurzen Ausschnittes, den ich übersetzt habe, selbst nach, was man im 21 Jhd. unter dem Namen “Faust” schreiben und aufführen kann.

Faust:这房间怎么这么幽暗,光!我要光!更多的光!我怎么会枯守这间斗室?但窗外又有什么?不过是永远不变的水泥丛林和穿行其间的芸芸众生。铁架上的稿纸为什么如此黯淡,像车床旁油腻的加工手册?日光灯下,一切都清晰、惨白,像医院的太平间,这竟然是我的世界,我生活其中几十年的世界!这也算是生活?可这就是我的生活!字典、羊皮书、腐烂的拓片、发霉的简牍,成捆成捆的卡片上扎着的皮筋已经老化发黏。沙发后面堆积着一个个空酒瓶,有我的,也有我前任的。那老鳏夫已经长眠地下,虫子像当年这读书人啃书一样正啃着这读书人的脑子。这竟然是我的世界,这竟然就是我生活其中几十年的世界!这也算是生活?可这就是我的生活!

瞧瞧这些瓶瓶罐罐。蝾螈、蜥蜴、蟒蛇、蟾蜍,翻着青白肚皮,它们多像大腹便便的教授。还有癌症标本、畸形的胎儿、猿人头骨、圣徒的指甲,我就终日与他们相伴。这竟然是我的世界,这竟然就是我生活其中几十年的世界!这也算是生活!可这就是我的生活!

看见那些博士论文了吗?一本一本堆得顶到了天花板,冬天阳光照进来,藏蓝书皮儿上烫金的名字就亮了起来,变成一个个模模糊糊的光晕,让人想起黄昏时墓地里一座座石碑。我人还没入土,可这学术墓地里已经有了我的一隅。这竟然就是我的世界,我竟然就是生活其中几十年的世界!这也算是生活!可这就是我的生活!

这些又是什么呢?成绩单、作业、考卷,都摞在这里让蠹虫去咬。咬吧,有人求学、读书、做文章,有人酗酒、吸毒、谈恋爱,读书不过是体面地浪掷青春,而我就教唆人家的子弟浪掷青春。这竟然是我的职业。这竟然就是我的世界,这竟然就是我生活其中几十年的世界!这也算是生活!可这就是我的生活!

(敲门声)

进来,门没锁。Wagner,来来。

Wagner:博士先生,我听到您在朗诵,真是慷慨激昂,一定是国际会议宣读的论文。我想以您为榜样,也走这条道路,特来请教,不多耽误您的时间。

Faust:我的时间,你不来耽误,也是我自己喝酒、看闲书、打笔墨官司浪费掉。

Wagner:我已通过考试,该选论文题目了,想听听您的意见。

Faust:选了什么题目?

Wagner:普鲁旺斯行吟诗人对伊丽莎白宫廷诗的影响。

Faust:好大的题目,简直可以让你这小伙子做到头发花白。我在你这个岁数也觉得一膀子撞过去,就可以把长城撞出个豁口。年老了,觉得能用绣花针在窗纸上扎个窟窿眼就不错了。

Wagner:做小学问多无聊啊?

Faust:无聊才算得上学术规范。看见那本博士论文了?不过是搞清了拜尔德琼斯进入温彻斯特教堂时的年龄。

Wagner:有什么用呢?

Faust:用还是有一点用的。做论文那几年,晚上夫妻并头躺着,夫人就会说:说说你的论文吧,我睡不着。(两人笑,沉默〕

Wagner:先生,给您带来一瓶酒,不知好坏。

Faust:新葡萄酒已经下来了?

Wagner:都入夏了。

Faust:怎么没闻到窗外丁香?

Wagner:哪里还有丁香,好几年前的事儿了。

Faust:过去是一片丁香林呢。风过时,墙外行人都用鼻子捕捉那香气。(Wagner为Faust添满酒杯,远处传来钟声)每年这时候,教堂每天下午都敲钟,钟声悠扬,从窗口飘进来,岁月就随着变得悠长,悠长得都停滞了。我就不觉着时间流走。可现在,不知为什么,四季交替的景象忽然触目惊心了。

Wagner:先生硕学鸿儒,怎么做女儿伤春模样。丁香林没有了,校外还有一处初夏景色,我可以带您去散散心。

Faust:什么样的地方。

Wagner: 一条热闹街道,两旁是酒吧茶馆。

Faust: 好,就去酒吧,正是姑娘们换裙子的时节。

红尘滚滚:电视学者Mephisto

演员:(不着装,以戏外解说人语调)Faust博士离开象牙塔,邂逅了小家碧玉Gretchen。Gretchen,这个马克思赞为最动人的女性形象,是Goethe对古老Faust故事的最大贡献。Faust在魔鬼帮助下获得了她的爱情。为了和Faust幽会,Gretchen把过量的安眠药投给母亲而毒杀了她。哥哥因为阻止她和Faust幽会,死在Faust剑下。Gretchen遭此剧变,精神错乱,溺杀了自己和Faust的婴儿。她拒绝Faust救她出狱的图谋,甘愿受刑,成为这学富五车的唐璜的第一个牺牲品。

Wagner:博士先生,跟你散步非常有益,而且无上光荣。我通常不会单独到此,因为我憎恶一切粗野的举动。划拳、酗酒、喧嚣我最讨厌不过。(两人落座)

Faust:这里倒是闹中取静。

Wagner:我们何不继续书斋中的对话。生命有限,而学海无涯。但是,森林和田野看久了令我生厌,鸟儿的翅膀我也绝不羡慕。 一页页,一本本读书,却让我感到精神在翱翔。翻一页珍贵的羊皮纸古籍,就如同饮下了一瓢甘露,点点滴滴滋润着我的心田。(邻座Mephisto竖起耳朵〕

*

FAUST: Wieso ist dieses Zimmerer so dunkel? Licht! Ich brauche Licht! Mehr Licht! [1] Wie soll ich in diesem kleinen Zimmerchen aushalten? Aber was gibt es draußen schon? Nur den ewig unveränderlichen Zementwald und all die ihn durchlaufenden Sterblichen. Warum ist das Papier auf dem Metallschrank so dunkel wie ein Arbeitshandbuch neben der öligen Drehbank? Im Licht der Neonleuchten ist alles deutlich, totenbleich, gleich der Leichenhalle eines Hospitals, und das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben! [2] Wörterbücher, Lederbände, verrottende Steinabreibungen [3], schimmelige Briefe, das die Karten fest zusammenhaltende Gummiband, vom Alter schon klebrig geworden. Hinter dem Sofa häufen sich die leeren Weinflaschen, meine und die meines Vorgängers. Dieser alte Witwer ist schon tot und begraben; wie er einst Bücher verschlang, verschlingen die Würmer nun sein Gehirn. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

Sieh dir all diese Gläser und Büchsen an. Salamander, Echsen, Schlangen, Kröten, ihre blassen Bäuchen nach oben gedreht, wie gleichen rundbäuchigen Professoren! Dann noch Krebs-Präparate, verformte Embryonen, Knochen von Affenmenschen, die Fingernägel von Heiligen, den ganzen Tag sind sie meine Gesellschaft. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

Hast du diese Dissertationen gesehen? Eine um die andere türmen sie sich bis zur Decke; wenn im Winter Licht herein scheint, fangen die Zeichen auf den blauen Buchrücken an zu glänzen und ein jedes wird zu einem verschwommenen Lichtkreis, daß man an eine Grabplatte auf dem Friedhof bei Sonnenuntergang denken muß. Man ist noch nicht begraben, doch auf dem akademischen Friedhof steht schon einen Platz bereit. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

Was ist dies hier? Zeugnisse, Hausaufgaben, Klausuren, das alles türmt sich hier auf und gibt den Motten Futter. Futtert nur, manche Menschen studieren, lesen, schreiben Aufsätze, andere Leute trinken, nehmen Drogen und haben Liebschaften – Lernen ist nur eine würdevolle Verschwendung der Jugend, doch ich lehre anderer Leute Kinder, ihre Jugend zu verschwenden. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

(Es klopft.) [4]

Herein, die Tür ist nicht verschlossen. Wagner, komm herein.

WAGNER: Herr Doktor, ich hörte sie rezitieren, wirklich leidenschaftlich; das muß die Abhandlung sein, die auf der internationalen Konferenz verlesen wurde. Ich möchte mir an Ihnen ein Beispiel nehmen, den gleichen Weg einschlagen, bin extra gekommen, um von Ihnen instruiert zu werden und möchte Sie nicht lange aufhalten.

FAUST: Meine Zeit, selbst wenn du mich aufhältst, verschwende doch nur damit, Wein zu trinken, seichte Literatur zu lesen und Streitschriften zu verfassen.

WAGNER: Ich habe schon die Prüfung bestanden, muß ein Thema für meine Dissertation wählen und wollte Ihre Meinung dazu hören.

FAUST: Welches Thema hast du gewählt?

WAGNER: Den Einfluß des provenzalischen Troubadours auf die elisabethanische Lyrik.

FAUST: Ein großes Thema. Das kann einen jungen Mann wie dich leicht so lange beschäftigen bis ihm die Haare grau werden. Als ich in deinem Alter war, dachte ich auch, ich könne mit einem Arm losgehen und ein Loch in die Große Mauer schlagen. Jetzt im alter denke ich, schon mit einer Sticknadel ein Loch ins Fensterpapier zu stechen ist eine große Leistung.

WAGNER: Ist es nicht langweilig, sich mit kleinen Problemen zu beschäftigen?

FAUST: Erst die Langeweile ist doch die Basis der Wissenschaft. Siehst du diese Dissertation? Sie beschreibt nichts weiter als das Alter von Burne-Jones, als er in die Kathedrale von Winchester [5] eintrat.

WAGNER: Was für einen Nutzen hat das?

FAUST: Nutzen hat es, wenn auch nur einen kleinen. Während der Jahre, in denen ich an der Dissertation schrieb und ich mich abends mit meiner Frau gemeinsam hinlegte, sagt sie stets: Ich kann nicht einschlafen – erzähl mir von deiner Dissertation. (beide lachen, Stille)

WAGNER: Herr Doktor, ich habe Ihnen eine Flasche Wein mitgebracht, ob er gut ist, weiß ich nicht.

Faust: Ist der neue Wein schon da?

WAGNER: Es ist doch schon Sommer.

FAUST: Warum habe ich den Flieder vorm Fenster nicht gerochen?

WAGNER: Wo gibt es denn noch Flieder, den gibt’s schon seit Jahren nicht mehr.

FAUST: Die Vergangenheit ist ein Fliederwald. Wenn der Wind weht, fangen die Fußgänger draußen den Duft mit der Nase auf. (Wagner schenkt Faust Wein ein, von weitem läutet eine Glocke.) Jedes Jahr zu dieser Zeit läutet jeden Tag nachmittags in der Kirche die Glocke, das Auf und Ab des Glockenläutens schwebt zum Fenster hinein, ein Jahr ums andere zieht sich in die Länge, zieht sich bis zum Stillstand. Ich fühle schon nicht mehr die Zeit vergehen. Doch jetzt, ich weiß nicht warum, erschreckt mich plötzlich die durch die Jahreszeiten veränderte Landschaft.

WAGNER: Ehrenwerter Gelehrter, welch weibisches Frühlingsfieber legen Sie an den Tag. Es gibt keinen Fliederwald mehr, draußen gibt es statt dessen nur die frühsommerliche Landschaft, wir können uns gemeinsam die Zeit vertreiben.

FAUST: An welchem Ort?

WAGNER: An einer belebten Straße, von beiden Seiten mit Schenken und Teehäusern gesäumt.

FAUST: Einverstanden, laß uns in eine Schenke gehen, es ist gerade die Zeit in der sich die Fräuleins ihre Röcke anziehen. [6]

In menschlicher Gestalt: der Fernsehregisseur Mephisto

SCHAUSPIELER: (ohne Kostüm, mit der Intonation eines nicht zum Stück gehörenden Sprechers) Doktor Faust verläßt seinen Elfenbeinturm und trifft zufällig auf Gretchen, ein hübsches Mädchen von niederem Stand. Gretchen, diese von Marx als die eindrucksvollste weibliche Erscheinung Gepriesene [7], ist Goethes größter Beitrag zum Urfaust. Faust erlangt mit der Hilfe des Teufels ihre Liebe. Um sich heimlich mit Faust zu treffen, gibt sie ihrer Mutter zu viel Schlafmittel, womit sie sie umbringt. Der große Bruder stirbt an Faustens Messer, als er versucht, das heimliche Treffen zu verhindern. Gretchen, konfrontiert mit solch einer drastischen Veränderung, verliert den Verstand und ertränkt Faustens und ihr Kind. Sie verweigert sich Faustens Plänen, sie aus dem Gefängnis zu befreien, nimmt ihre Bestrafung an und wird zum ersten Opfer des gelehrten Don Juan. [8]

WAGNER: Herr Doktor, mit ihnen zu spazieren hat viele Vorteile und ist die größte Ehre. Normalerweise komme ich nicht allein hier her, denn ich verabscheue alles rauhe Verhalten. Ich hasse nichts mehr als Spiele, Sauferei und Tumult. (Beide setzen sich.)

FAUST:  Hier wiederum ist Ruhe im Lärm.

WAGNER: Warum führen wir nicht unser Gespräch aus dem Studierzimmer fort? Das Leben ist endlich und endlos ist das Lernen. Doch Wälder und Felder lang zu betrachten widert mich an, auch auf der Vögel Flügel bin ich nicht neidisch. Jedoch Seite um Seite, Buch um Buch zu lesen läßt meine Seele empor schweben. Die Pergamentseite eines alten Buches umzuschlagen gleicht dem Trinken eines Löffels süßen Taus, Stück für Stück erfrischt es mein Herz.

(Nebenan spitzt Mephisto sein Ohr.)

*

[1] Anspielung auf Goethes überlieferte letzte Worte: „Macht doch den zweiten Fensterladen auch auf, damit mehr Licht hereinkomme.“, oft verkürzt zu „Mehr Licht!“ (Carl Wilhelm Müller: Goethes letzte literarische Thätigheit, 1832)
[2] Der folgende Monolog orientiert sich vage an: Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil. Nacht.
[3] Gemeint sind im alten China übliche Drucke, die angefertigt werden, indem man auf eine steinerne Druckplatte ein Blatt Papier legt und mit einem schwärzenden Stoff über die hochstehenden Zeichen fährt.
[4] Die Geist-Szene wurde in Shenlins Version ausgelassen.
[5] Sir Edward Coley Burne-Jones (1833-1898), britischer Maler, entwarf Vorlagen für zahlreiche Kirchenfenster
[6] Neben den starken Veränderungen sind auch einige Faust-Passagen hier ausgelassen worden, zum Beispiel die Selbstmord-Szene Faustens, die Begegnungen mit dem Volk u.v.m.
[7] Karl Marx trug in das Poesiealbum seiner Tochter Jenny Marx Longuet ein: Lieblingsheldin: Gretchen
[8] Die hier zusammengefaßte Handlung findet später in Shenslins Stück teilweise statt.

Hast du diese Dissertationen gesehen? Eine um die andere türmen sie sich bis zur Decke; wenn im Winter Licht herein scheint, fangen die Zeichen auf den blauen Buchrücken an zu glänzen und ein jedes wird zu einem verschwommenen Lichtkreis, daß man an eine Grabplatte auf dem Friedhof bei Sonnenuntergang denken muß. Man ist noch nicht begraben, doch auf dem akademischen Friedhof steht schon einen Platz bereit. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

Was ist dies hier? Zeugnisse, Hausaufgaben, Klausuren, das alles türmt sich hier auf und gibt den Motten Futter. Futtert nur, manche Menschen studieren, lesen, schreiben Aufsätze, andere Leute trinken, nehmen Drogen und haben Liebschaften – Lernen ist nur eine würdevolle Verschwendung der Jugend, doch ich lehre anderer Leute Kinder, ihre Jugend zu verschwenden. Das nun ist meine Welt. Meine Welt, schon seit ein paar Jahrzehnten. Heißt das etwa Leben? Doch genau das ist mein Leben!

(Es klopft.)[1]

Herein, die Tür ist nicht verschlossen. Wagner, komm herein.

Wagner: Herr Doktor, ich hörte sie rezitieren, wirklich leidenschaftlich; das muß die Abhandlung sein, die auf der internationalen Konferenz verlesen wurde. Ich möchte mir an Ihnen ein Beispiel nehmen, den gleichen Weg einschlagen, bin extra gekommen, um von Ihnen instruiert zu werden und möchte Sie nicht lange aufhalten.

Faust: Meine Zeit, selbst wenn du mich aufhältst, verschwende doch nur damit, Wein zu trinken, seichte Literatur zu lesen und Streitschriften zu verfassen.


[1] Die Geist-Szene wurde in Shenlins Version ausgelassen.

Ein Kommentar

  1. Na ja, andere Autoren ändern eben die Namen und das Setting soweit, dass man nicht mehr direkt erkennt, von was sie sich haben inspirieren lassen. Aber ist es so nicht viel ehrlicher, wenn man sich dazu bekennt, wessen Geschichte man verwurstet? Dramatiker wie Goethe haben zu ihrer Zeit auch fremde Stoffe verarbeitet, das Ergebnis ist eben nicht mehr das Original, sondern ein neues Werk, das durch die Rezeption des Originals entstanden ist.

    Ich denke nicht, dass Shenlin Goethe verbessern, sondern eben nur seine (moderne) Version des Faust verwirklichen wollte. Und er bekennt sich zu seiner Quelle, vielleicht auch weil die Vorkenntnis des Originals seine Intentionen in der Bearbeitung nur noch deutlicher macht.

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