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	<title>Bis ans Unübersetzliche</title>
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	<description>Arbeits- und Übersetzungsjournal</description>
	<lastBuildDate>Thu, 19 Jan 2012 12:36:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Vortrag auf dem 15. Japanologentag in Zürich</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 11:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittlerweile steht das vorläufige Programm des 15. Japanologentages fest, der vom 28. bis 30. August in Zürich stattfinden wird. Im Rahmen der Sektion »Literatur I – Die Zukunft der Philologie«, geleitet von Frau Prof. Árokay und Herrn Prof. Quenzer, spreche ich am 29. August zu meinem Dissertationsthema »Gesaku im Werk von Inoue Hisashi«. Ich bin <a href='http://www.nora-bartels.de/2012/01/vortrag-auf-dem-15-japanologentag-in-zurich/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_857" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2012/01/zuerich-hauptgeb.jpg"><img class=" wp-image-857  " title="Zürich Hauptgebäude" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2012/01/zuerich-hauptgeb-300x204.jpg" alt="Zürich Hauptgebäude" width="192" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Zürich Hauptgebäude</p></div>
<p>Mittlerweile steht das vorläufige <a title="Programm des 15. Japanologentages" href="http://www.zuerich.japanologentag.org/index.php" target="_blank">Programm des 15. Japanologentages</a> fest, der vom 28. bis 30. August in Zürich stattfinden wird. Im Rahmen der Sektion »Literatur I – Die Zukunft der Philologie«, geleitet von Frau Prof. Árokay und Herrn Prof. Quenzer, spreche ich am 29. August zu meinem Dissertationsthema »Gesaku im Werk von Inoue Hisashi«. Ich bin gespannt auf die anderen Vorträge freue mich auf einen Ausflug in den milden europäischen Sommer.</p>
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		<title>Fritz Kummer: Eines Arbeiters Weltreise &#8211; Japan</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 03:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Reiseberichte aus alter Zeit sind bekanntermaßen eine wichtige Quelle japanologischer Forschung. Fritz Kummer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Japan bereiste, kann nicht mit einem besonders alten Bericht bestechen. Es lohnt sich trotzdem, einen Blick in seine Aufzeichnungen zu werfen, denn die Perspektive ist zur damaligen Zeit einmalig: Mit nur einem geringen Startkapital ausgestattet, beging <a href='http://www.nora-bartels.de/2012/01/fritz-kummer-eines-arbeiters-weltreise-japan/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_843" class="wp-caption alignright" style="width: 208px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2012/01/kummer.jpg"><img class="size-medium wp-image-843" title="Fritz Kummer: Eines Arbeiters Weltreise" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2012/01/kummer-198x300.jpg" alt="Fritz Kummer: Eines Arbeiters Weltreise" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fritz Kummer: Eines Arbeiters Weltreise</p></div>
<p>Reiseberichte aus alter Zeit sind bekanntermaßen eine wichtige Quelle japanologischer Forschung. Fritz Kummer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Japan bereiste, kann nicht mit einem besonders alten Bericht bestechen. Es lohnt sich trotzdem, einen Blick in seine Aufzeichnungen zu werfen, denn die Perspektive ist zur damaligen Zeit einmalig: Mit nur einem geringen Startkapital ausgestattet, beging er eine Weltreise, die er sich über Arbeit in verschiedenen Fabriken und Kontakte aus der Arbeiterbewegung finanzierte. Dabei hat er Einblick in das Leben anderer Arbeiter und sozialistische Organisationen, ab und zu auch unfreiwilligen Kontakt mit der Polizei. In Japan zeigt er die Arbeitsbedingungen der Ärmsten auf wird nach Yoshiwara, dem Rotlichtbezirk Tokyos, eingeladen.</p>
<p><span id="more-841"></span></p>
<blockquote><p>Mein Tokioer Hauswirt gilt in seinen Kreisen als ein geistig weit fortgeschrittener Mann. Er ist ein tüchtiger Arbeiter und wackerer Sozialdemokrat. Seine Familie bietet ein prächtiges Bild häuslichen Glückes. Ein böses Wort habe ich ihn in den langen Wochen meiner Anwesenheit weder seiner Frau, noch Mutter oder Kindern sagen hören. Der jungen Frau wurde von der Schwiegermutter nirgends dreingeredet, und ihr Gatte stand ihr allzeit hilfsbereit zur Seite. Aber dieses Muster von einem fortgeschrittenen japanischen Ehemann hielt es auch für selbstverständlich, daß ihn das Weibchen gehorsamst lächelnd an die Tür begleitete, wenn immer er auszugehen beliebte; daß sie ihn freundlichst empfing, wenn er, ganz gleich zu welcher Zeit, heimzukommen geruhte.</p>
<p>Eines Abends bat ich ihn, mich nach Joschiwara, der Liebesstadt Tokios, zu begleiten. Ich schärfte ihm ein, seiner Frau um keinen Preis das Ziel unseres Ausganges anzudeuten. Diese Vorsicht muß er eines Ehemannes unwürdig gehalten haben, denn er ging spornstreichs zu seiner Frau und teilte ihr unser Vorhaben mit. Er fand es nicht mehr als in Ordnung, daß sie sich emsig an die Vorbereitung seiner Kleidung machte und uns beim Fortgang mit freundlichem Lächeln an die Türe geleitete. Ich hielt mich durch diese Freundlichkeit zu Dankesworten verpflichtet. Das Grinsen meines Begleiters schien sagen zu wollen: wie rückständig, wie unmännlich ihr Europäer doch seid!</p></blockquote>
<p>Kummers Text ist eine Mischung zwischen angelesenem und erfragtem Wissen, das er zum Vortrag über das Land nutzt, und anekdotenhaft dargebrachten persönlichen Erlebnissen, von denen beide Teile den heutigen Japanbesucher bisweilen stutzen machen, weil sich, obwohl sich in den vergangenen 100 Jahren so vieles verändert hat, doch auch so vieles scheinbar gar nicht veränderte.</p>
<p>Da sein Text inzwischen nicht mehr copyrightgeschützt ist, stelle ich ihn hier gescannt zur Verfügung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2012/01/Fritz-Kummer_Eines-Arbeiters-Weltreise.pdf">Fritz-Kummer_Eines-Arbeiters-Weltreise</a> (PDF)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus: Fritz Kummer: Eines Arbeiters Weltreise, Leipzig 1986.</p>
<p>Mehr zum Thema:</p>
<p>Groschopp, Horst: Der „proletarische Weltbürger“ Fritz Kummer. Zur deutschen Arbeiterreiseliteratur bis 1933. In: Weimarer Beiträge, Berlin 31(1985)12, S. 2025-2043.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
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		<title>Little Boy &#8211; Big Taifoon in Berlin</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2012/01/little-boy-big-taifoon/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 08:51:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inoue Hisashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich passiert das jetzt, wo ich nicht mehr in Deutschland bin: Das Deutsche Theater in Berlin inszeniert Inoue Hisashis »Little Boy – Big Taifoon«, ein Stück, das bereits in Hannover auf europäischen Bühnen uraufgeführt wurde. (Dort wird auch interessantes Lehrmaterial dazu bereitgestellt.) Am 3. März ist Premiere – ich hoffe auf Rezensionen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich passiert das jetzt, wo ich nicht mehr in Deutschland bin: Das <a title="Little Boy - Big Taifoon" href="http://www.deutschestheater.de/spielplan/little_boy_big_taifoon/" target="_blank">Deutsche Theater in Berlin inszeniert Inoue Hisashi</a>s »Little Boy – Big Taifoon«, ein Stück, das bereits in Hannover auf europäischen Bühnen uraufgeführt wurde. (Dort wird auch interessantes <a title="Lehrmaterial" href="http://www.schauspielhaus-hannover.de/schauspiel/uploads/Theaterpaedagogik/Lehrmaterial%20Little%20Boy.pdf" target="_blank">Lehrmaterial</a> dazu bereitgestellt.)<br />
Am 3. März ist Premiere – ich hoffe auf Rezensionen!</p>
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		<title>Santō Kyōdens »Kimyō zui« in der Vorlesung von Prof. Nobuhiro Shinji</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2011/12/santo-kyodens-kimyo-zui/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 12:55:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Edo-Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 19. bis 22. Dezember hielt der emiritierte Professor der Tōkyō-Universität, Nobuhiro Shinji 延広真治, an der Universität Osaka eine Intensiv-Vorlesung über Santō Kyōdens »Kimyō zui« 『奇妙図彙』. Das Buch enthält, nach einer kurzen Einleitung, eine Reihe Bilderrätsel, die aus Schriftzeichen oder alltäglichen Gegenständen in ungewohnter Perspektive entstanden sind und immer eine intelligente Wendung enthalten. Dem Gesaku-Schriftsteller <a href='http://www.nora-bartels.de/2011/12/santo-kyodens-kimyo-zui/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_829" class="wp-caption alignleft" style="width: 229px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/12/kimyozui-k1.jpg"><img class="size-medium wp-image-829" title="Auf den ersten Blick sieht man den Wachturm von Yoshiwara - der zweite Blick enthüllt ein Stück Tofu in einer Schale" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/12/kimyozui-k1-219x300.jpg" alt="Auf den ersten Blick sieht man den Wachturm von Yoshiwara - der zweite Blick enthüllt ein Stück Tofu in einer Schale" width="219" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auf den ersten Blick sieht man den Wachturm von Yoshiwara - der zweite Blick enthüllt ein Stück Tofu in einer Schale</p></div>
<p>Vom 19. bis 22. Dezember hielt der emiritierte Professor der Tōkyō-Universität, Nobuhiro Shinji 延広真治, an der Universität Osaka eine Intensiv-Vorlesung über Santō Kyōdens »Kimyō zui« 『奇妙図彙』. Das Buch enthält, nach einer kurzen Einleitung, eine Reihe Bilderrätsel, die aus Schriftzeichen oder alltäglichen Gegenständen in ungewohnter Perspektive entstanden sind und immer eine intelligente Wendung enthalten. <span id="more-823"></span></p>
<p>Dem Gesaku-Schriftsteller Kyokutei Bakin war es nicht gelungen, mit seinen auf Edo (heute Tokyo) ausgerichteten Büchern auch Leser in Kyoto zu gewinnen. Sein Zeitgenosse Kyōden, dem eine Konkurrenz mit ihm nachgesagt wird, versuchte, mit diesem auf Bildspielen basierendem Gesaku-Werk die kulturelle Entfernung zu überbrücken.</p>
<p>Wie Prof. Nobuhiro demonstrierte, steckt hinter jedem der Bilder nicht nur das bloße Rätsel, sondern ist jede Seite mit zahlreichen Anspielungen und Verweisen gespickt, zu deren Aufdeckung tiefgründiges Wissen um die Edo-Sitten und -Schauplätze und um klassische Werke und Schriften aus Kyōdens Lebzeiten von Nöten sind. So neigte sich für die Erklärung einer einzigen Seite nicht selten eine ganze Stunde ihrem Ende zu. Mir zeigte die Vorlesung vor allem, wie weit man davon entfernt ist, in der nicht-japanischen Japanologie Gesaku-Werke begreifen zu können: Um ein erstes zu verstehen, benötigt man schon die Kenntnis der anderen, mit denen es im Austausch steht.</p>
<p><a title="Kimyo Zui auf dem Waseda-Server" href="http://www.wul.waseda.ac.jp/kotenseki/html/he13/he13_02822/index.html" target="_blank">Photographien des Buches</a> lassen sich auf der Webseite der Waseda-Universität herunterladen.</p>
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		</item>
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		<title>Kurze Sendepause</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2011/07/sendepause/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 16:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kuriosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Leser möchte ich um Entschuldigung für die anhaltende Pause bitten &#8211; wir haben eine kleine private Veränderung im Haus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Leser möchte ich um Entschuldigung für die anhaltende Pause bitten &#8211; wir haben eine kleine private Veränderung im Haus.</p>
<p><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/07/muede.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-811" title="Sohn" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/07/muede-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
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		<item>
		<title>Inoue Hisashi – Kleiner biographischer Überblick</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2011/06/inoue-hisashi-kleiner-biographischer-uberblick/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inoue Hisashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Name Inoue Hisashi wird in diesem Journal öfter fallen, doch ist er sicherlich nicht jedem Leser geläufig. Möchte man erfahren, wer das eigentlich ist, so – hilft einem auch diese kleine Biographie nicht weiter. Aber irgendwo muß der Anfang gemacht werden, und ein Überblick über sein Leben ist vielleicht nicht der schlechteste: Inoue Hisashi <a href='http://www.nora-bartels.de/2011/06/inoue-hisashi-kleiner-biographischer-uberblick/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_739" class="wp-caption alignright" style="width: 245px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/06/inoue-karte-inoue11.png"><img class="size-medium wp-image-739" title="Stationen aus Inoues Leben" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/06/inoue-karte-inoue11-235x300.png" alt="Stationen aus Inoues Leben" width="235" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Stationen aus Inoues Leben</p></div>
<p>Der Name Inoue Hisashi wird in diesem Journal öfter fallen, doch ist er sicherlich nicht jedem Leser geläufig. Möchte man erfahren, wer das eigentlich ist, so – hilft einem auch diese kleine Biographie nicht weiter. Aber irgendwo muß der Anfang gemacht werden, und ein Überblick über sein Leben ist vielleicht nicht der schlechteste:</p>
<p>Inoue Hisashi 井上 ひさし<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2011/06/inoue-hisashi-kleiner-biographischer-uberblick/#footnote_0_733" id="identifier_0_733" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Inoues Pseudonyme sind Uchiyama Hisashi 内山廈 und Chihitsudou 遅筆堂. Sein Geburtsname schreibt sich 井上廈 (Inoue Hisashi).">1</a></sup> wurde 1934 in Komatsu (heute Kawanishi) in der Präfektur Yamagata im Norden der größten japanischen Hauptinsel geboren. Als er vier Jahre alt war, starb sein Vater und seine Mutter gab ihren Sohn in ein christliches-baptistisches Waisenhaus in der Präfektur Miyagi. Die aufopferungsvolle Pflege der Kinder durch die Mönche beeindruckte Inoue tief und floß auch in sein Werk ein.</p>
<p>In seiner Oberschule in Sendai nahm er an den Aktivitäten der Schülerzeitung teil. Nach seinem Abschluß bewarb er sich bei unterschiedlichen Universitäten, zu denen er jedoch entweder nicht zugelassen wurde oder die Studiengebühren nicht bezahlen konnte. Schließlich vermittelte ihn ein Priester des Waisenhauses an die katholische Sophia-Universität in Tokyo, wo er zunächst Deutsch studierte. Davon jedoch unbefriedigt, machte er eine zweijährige Pause, um in der Präfektur Iwate zu arbeiten. Zwischenzeitlich von dem Vorhaben besessen, Medizin zu studieren, kehrte er nach weiteren erfolglosen Aufnahmeprüfungen an die Sophia-Universität zurück und welchselte dort seine Fachrichtung zu Französisch.</p>
<p><span id="more-733"></span></p>
<p>Noch vor seiner Graduierung schrieb er für u.a. das Striptheater Furansu-za in Tokyo-Asakusa Drehbücher und kam dort mit verschiedenen Männern in Kontakt, die ebenfalls später Größen der Schriftstellerei wurden.</p>
<p>Zusammen mit Yamamoto Morihisa arbeite er nach seinem Abschluß beim Fernsehen und schrieb Drehbücher für die Puppen-Animation <em>Hyokkori hyōtan jima</em> ひょっこりひょうたん島, die ab April 1964 fünf Jahre mit viel Erfolg ausgestrahlt wurde. Später folgten andere Fernsehroduktionen. Einer der Synchronsprecher, Kumakura Kazuo, leitete die Theatergruppe <em>Theater Echo</em>, für die Inoue zum ersten Mal als Dramatiker mit <em>Der Nabel der Japaner </em>(Nihonjin no heso 日本人のへそ) tätig wurde. Romane und Essays folgten.</p>
<p>Der literarische Durchbruch gelang Inoue schließlich 1972 mit seiner Erzählung <em>Tegusari shinjū </em>(Doppelselbstmord in Handschellen), für die er den Naoki-Preis erhielt – die wichtigste Auszeichnungen für sogenannte populäre Literatur. 1983 gründete er seine eigene Theatergruppe, <a title="Komatsuza-Theatergruppe" href="http://www.komatsuza.co.jp/contents/aboutus/inouehisashi.html"><em>Komatsu-za </em>こまつ座</a>, die bis heute seine Stücke aufführt. In den folgenden Jahren erhielt Inoue zahlreiche weitere Preise und seine Rolle als ein führender Kulturschaffender begann sich auch in seinen Positionen als Vorsitzender des japanischen P.E.N.-Clubs oder Mitglied der Akademie der Künste widerzuspiegeln.</p>
<p>Während in Japan sein dreibändiger Roman <em>Kirikirijin </em>– durch die Zentrale Rolle von Dialekt aus der Tōhoku-Region möglicherweise unübersetzbar – am bekanntesten unter seinen Werken ist, hat in europäischen Sprachen vor allem sein pazifistisches Drama <em>Chichi to kuraseba </em>父と暮らせば (dt.: <em>Die Tage mit Vater</em>, übersetzt von Isolde Asai) Verbreitung gefunden.</p>
<p>Inoue Hisashi starb im Alter von 75 Jahren am 9. April 2010 an Lungenkrebs.</p>
<p style="text-align: center;">::</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_733" class="footnote">Inoues Pseudonyme sind Uchiyama Hisashi 内山廈 und Chihitsudou 遅筆堂. Sein Geburtsname schreibt sich 井上廈 (Inoue Hisashi).</li></ol>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Gesaku: Eine Literaturform der Edo-Zeit</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2011/05/gesaku-eine-literaturform-der-edo-zeit/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 08:35:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Edo-Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Bezeichnung, auf die ich in diesem Journal häufiger zu schreiben kommen werde, ist gesaku. Damit wiederholte Erklärungen entfallen können, soll hier kurz erklärt werden, was es mit diesem Wort auf sich hat. Gesaku 戯作 (andere Leseweisen sind kisaku, gisaku, kesaku) bedeutet wörtlich »Im Scherz gemacht« und ist ein Oberbegriff für verschiedene Prosa-Textsorten, die in <a href='http://www.nora-bartels.de/2011/05/gesaku-eine-literaturform-der-edo-zeit/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_725" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/05/santokyoden.jpg"><img class="size-medium wp-image-725" title="Portrait des Gesaku-Schriftstellers Santō Kyōden 山東京伝 durch Chōkyūsai Eiri 鳥橋斎栄里" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2011/05/santokyoden-202x300.jpg" alt="Portrait des Gesaku-Schriftstellers Santō Kyōden 山東京伝 durch Chōkyūsai Eiri 鳥橋斎栄里" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Portrait des Gesaku-Schriftstellers Santō Kyōden 山東京伝 durch Chōkyūsai Eiri 鳥橋斎栄里</p></div>
<p>Eine Bezeichnung, auf die ich in diesem Journal häufiger zu schreiben kommen werde, ist <em>gesaku</em>. Damit wiederholte Erklärungen entfallen können, soll hier kurz erklärt werden, was es mit diesem Wort auf sich hat.</p>
<p><em>Gesaku</em> 戯作 (andere Leseweisen sind <em>kisaku</em>, <em>gisaku</em>, <em>kesaku</em>) bedeutet wörtlich »Im Scherz gemacht« und ist ein Oberbegriff für verschiedene Prosa-Textsorten, die in der Edo-Zeit (1603–1868) entstanden sind. Er drückt aus, daß der Autor seinem Werk eine leichtfertige Haltung gegenüber einnnimmt; es also nicht seinen ernsten (Haupt-)Geschäften gleichkommt.</p>
<p>In seiner ersten Phase in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden <em>gesaku</em>-Werke von einer überschaulichen Gruppe Gelehrter geschrieben und im kleinen Kreis verbreitet. Während auch zu dieser Zeit schon verschiedene Textsorten dazuzählten, drehten sie sich inhaltlich recht eng um Moden, Gerüchte und das Leben in den Freudenvierteln und auf dem Theater. Stilistisch zeichneten sich sich durch Wortspiele, Anspielungen und Parodien auf ältere Werke und eine komplexen formalen Aufbau aus.</p>
<p><span id="more-724"></span></p>
<p>Die Kansei-Reformen (1787–93), ein Versuch der <em>bakufu</em>-Regierung, die Position der Samurai zu stärken, die des neuen Städtebürgertums zu schwächen und Bauern bessere Lebensbedingungen zu schaffen, stellten einen Wendepunkt für die <em>gesaku</em>-Literatur dar. Einige der Schriftsteller, denen für ihre parodistischen und das städtische Luxusleben verherrlichenden Schriften Strafen auferlegt wurden, gaben ihre literarische Tätigkeit auf. Gesellschaftliche und technische Entwicklungen jedoch führten zur Popularisierung von <em>gesaku</em>, das nun nicht mehr nur von einer kleinen Zahl Gelehrter hauptsächlich aus dem Samurai-Stand, sondern auch von Bürgern angegangen wurde und eine breite Leserschaft fand.</p>
<p>Mit den Tenpo-Reformen (1841–43), die die gleichen Ziele wie zuvor die Kansei-Reformen auf noch radikalere Weise versuchten durchzusetzen, wurde die Möglichkeit zur Behandlung aktueller Ereignisse stark eingeschränkt. In den Jahren danach bis unmittelbar nach der Meiji-Restauration 1868 gab es noch vereinzelte Autoren, die <em>gesaku</em> unter diesen Einschränkungen schrieben, wenig später jedoch wurde diese Art der Literatur vorläufig in den Hintergrund gedrängt.</p>
<p>Textsorten, die heute unter dem Begriff <em>gesaku</em> gesammelt werden, sind <em>kibyoshi</em>, <em>sharebon</em>,<em> kokkeibon</em>, <em>yomihon</em>, <em>ninjobon</em>, <em>hanashibon</em>, <em>gokan</em> und andere.</p>
<p>Zu berühmten <em>gesaku</em>-Autoren der Edo-Zeit zählen Hiraga Gennai, Ōta Nanpo, Santō Kyōden, Jippensha Ikku, Shikitei Sanba, Ryūtei Tanehiko, Takizawa Bakin und Tamenaga Shunsui.</p>
<p style="text-align: center;">::</p>
<p>Weiterführende Literatur:</p>
<p>I<span style="font-size: 87%;">WASAKI</span>, Haruko: »The World of Gesaku: Playful Writers of Late Eighteenth Century Japan«, Dissertation, Harvard  University 1984.</p>
<p>J<span style="font-size: 87%;">ONES</span>, Sumie: »Comic fiction in Japan during the later Edo period«, Dissertation, University of Washington 1979.</p>
<p>M<span style="font-size: 87%;">AY</span>, Ekkehard: <em>Die Kommerzialisierung der japanischen Literatur in der späten Edo-Zeit (1750–1868)</em>: <em>Rahmenbedingungen und Entwicklungstendenzen der erzählenden Prosa im Zeitalter ihrer ersten Vermarktung</em>,<em> </em>Wiesbaden: Harrassowitz 1983.</p>
<p>S<span style="font-size: 87%;">CHAMONI</span>, Wolfgang: »Die Sharebon Santô Kyôden’s und ihre literaturgeschichtliche Stellung«, Dissertation, Universität Bonn 1970.</p>
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		<title>Inspektor Clouseau für den NDR – Fukushima und die deutschen Medien</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 07:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Internetjournal mit Japanbezug, das dieser Tage nicht über die Katastrophe im Norden der Hauptinsel Honshū berichtet, hat vermutlich einen triftigen Grund dafür. Meiner war: Ich habe keinen blassen Schimmer von Strahlungsgefährlichkeit und weiß auch nicht, wie die Lage im Atomkraftwerk Fukushima I genau aussieht. Daran hat sich bisher auch nichts geändert. Bin ich also <a href='http://www.nora-bartels.de/2011/03/inspektor-clouseau-fur-den-ndr-%e2%80%93-fukushima-und-die-deutschen-medien/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Internetjournal mit Japanbezug, das dieser Tage nicht über die Katastrophe im Norden der Hauptinsel Honshū berichtet, hat vermutlich einen triftigen Grund dafür. Meiner war: Ich habe keinen blassen Schimmer von Strahlungsgefährlichkeit und weiß auch nicht, wie die Lage im Atomkraftwerk Fukushima I genau aussieht. Daran hat sich bisher auch nichts geändert.</p>
<p>Bin ich also auch kein Atomkraftexperte, so habe ich wenigstens die Möglichkeit, japanische und englische Medien den deutschen hinzuzuziehen, und dabei kamen die deutschen dieses Mal erstaunlich schlecht weg. Kaum eine Zeitung oder ein Bericht wurde veröffentlicht, der nicht durch reißerische Titel das beunruhigende Gefühl vermittelte, die Verfasser wünschten sich die Katastrophe heran. Ich möchte die Male nicht zählen, die ich Meldungen wie »Tokyo vor dem Super-GAU« lesen mußte. Nachrichten aus Japan wurden aufgegriffen und auf die schlimmstmögliche Weise interpretiert, Horrorszenarien entworfen, Japaner als entweder inkompetent oder von eigenartiger Disziplin getrieben beschrieben und darüber hinaus regelrechte Falschmeldungen verbreitet, die bis heute kursieren. Da sich die kritische Diskussion über die deutsche Berichterstattung momentan noch weitgehend japanologie-intern abspielt, möchte ich hier einige Links verbreiten von Menschen, die bereits Vernünftiges zum Thema beigetragen haben.</p>
<p><span id="more-707"></span></p>
<p>Damit man einen Eindruck davon bekommt, wie es um die Berichterstattung bestellt ist, eignet sich ein Blog, den ich normalerweise eher nicht verlinken würde. <a title="Zettels Raum" href="http://zettelsraum.blogspot.com/2011/03/die-tagesschau-gestern-uber-fukushima.html" target="_blank">Zettels Raum</a> hat zweieinhalb Minuten Tagesschaubericht analysiert und 14 Fehler darin gefunden. Vorweg: Die Strahlungsgefahren kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen und habe bisher auch von Experten widersprüchliche Meinungen dazu gehört. Bezeichnend sind aber in dieser Analyse schon die »kleinen« Fehler und Ungenauigkeiten, die sich die größte deutsche Nachrichtensendung nicht erlauben dürfte.</p>
<p>Einen erstaunlichen Fehltritt hat sich der NDR mit dem sogenannten »Asienexperten« (Haben Sie schon einmal einen »Europaexperten« getroffen?) Robert Hetkämper geleistet. Seit Tagen zeichneten sich seine Berichte durch ihre Unsachlichkeit aus; mit seiner Aussage, die Arbeiter, die im Atomkraftwerk eingesetzt werden, seien»oft Obdachlose, [...] sehr viel Gastarbeiter, es sollen sogar  Minderjährige dabei sein«, die in Japan gar als »Wegwerfarbeiter« bezeichnet würden, hat er jedoch die Grenzen der seriösen Berichterstattung weit überschritten. Diese Meldung wurde blitzartig von anderen Medien aufgegriffen und verbreitet. Obwohl mit wenig Recherche bekannt sein müßte, daß es sich um eine – dezent formuliert – Falschmeldung handelt, hat allein die <a title="Süddeutsche Zeitung" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/arbeiter-im-fukushima-reaktor-die-retter-japans-1.1075298" target="_blank">Süddeutsche Zeitung </a>die Sache richtiggestellt. Wer sich für eine etwas aufgeregte, aber im Grunde richtige und aktuelle Darstellung der Ereignisse um diesen Fall interessiert, kann Prof. Zöllners Blog <a title="Prof. Zöllner" href="http://kotoba.japankunde.de/?tag=ndr" target="_blank">Kotoba</a> lesen.</p>
<p>Ein erfrischender Beitrag ist das <a title="Frankfurter Rundschau" href="http://www.fr-online.de/kultur/debatte/-verfuehren-sie-mich-bitte-nicht-zum-nationalismus--/-/1473340/8248880/-/index.html" target="_blank">Interview mit Mishima Kenji</a>, das die Frankfurter Rundschauf veröffentlicht hat. Wenn ich nur einen Link zum Thema empfehlen dürfte, dann diesen. Dort geht er auf die Berichterstattung und Informationspolitik in Japan und Deutschland ein und auf die japanische Anti-Atom-Bewegung.</p>
<p>Warum ist die Berichterstattung in Deutschland so tendenziös? Einerseits sind es sicherlich politische Interessen und echte Panik, die dahinter stehen. Andererseits sind Internet, Zeitungen und andere Medien von Werbung abhängig &#8211; und was bringt mehr Verkäufe oder Klicks als eine reißerische Überschrift?</p>
<p>Man verstehe mich bitte nicht falsch – bei mir kommt Sonne und Wind aus der Steckdose und ich halte es für schieren Irrsinn, Atomkraftwerke in seismisch aktive Gebiete zu setzen. Auch mache ich mir Sorgen über die kurz- und längerfristigen Auswirkungen des Unglücks. Dieser Journaleintrag sei daher nur als Anstoß gedacht, sich nicht ungeprüft auf die deutsche Berichterstattung zu verlassen und sich nach Möglichkeit ein eigenes Bild zu machen.</p>
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		<title>Was Sie schon immer über Goethe wissen wollten</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/10/was-sie-schon-immer-uber-goethe-wissen-wollten/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 20:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchrezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Kuriosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Philologe ist kein Beruf, mit dem sich das große Geld machen läßt. Wie viele interessieren sich schon dafür, was Goethe wann zu Eckermann sagte? Wir ahnen: viele werden es nicht sein. Das dachte sich wohl auch Gero von Wilpert &#8211; sonst eher für seine umfangreichen Nachschlagewerke zur deutschen Klassik bekannt. Es kann nur geraten werden, <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/10/was-sie-schon-immer-uber-goethe-wissen-wollten/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_683" class="wp-caption alignleft" style="width: 205px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/wilpert.jpg"><img class="size-medium wp-image-683" title="Mußte das sein?" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/wilpert-195x300.jpg" alt="Mußte das sein?" width="195" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mußte das sein?</p></div>
<p>Philologe ist kein Beruf, mit dem sich das große Geld machen läßt. Wie viele interessieren sich schon dafür, was Goethe wann zu Eckermann sagte? Wir ahnen: viele werden es nicht sein. Das dachte sich wohl auch Gero von Wilpert &#8211; sonst eher für seine umfangreichen Nachschlagewerke zur deutschen Klassik bekannt. Es kann nur geraten werden, was ihn dazu trieb, das Buch <em>Die 101 wichtigsten Fragen: Goethe</em> zu verfassen: Wollte er die Massen erreichen? Hatte er  Informationsabfall, der noch verwertet werden mußte? War er jung und brauchte das Geld?</p>
<p>Von letzterem kann abgesehen werden, obwohl es vielleicht das am leichtesten zu verzeihende wäre. Das reizende und leicht entschuldigende Vorwort des Buches hätte mich fast davon abgehalten, es hier vorzustellen &#8211; ich schreibe »vorzustellen«, da hier ein Zitat jegliche Parodie erübrigt. Beginnen wir mit einem Blick in die »Top Ten«, also die laut von Wilpert 10 wichtigsten Fragen an Goethe:</p>
<p><span id="more-681"></span>1. Wie sah Goethe aus?<br />
2. Was zog Goethe an?<br />
3. War Goethe eitel, egoistisch, stolz, dünkelhaft?<br />
4. Unter welchen Krankheiten und welchen Ärzten litt Goethe?<br />
5. War Goethe geschlechtskrank?<br />
6. War Goethe homosexuell?<br />
7. Wovon träumte Goethe?<br />
8. Was hatte Goethe alles im Auge?<br />
9. War Goethe ein Genie?<br />
10. Besaß Goethe Humor?</p>
<p>Das brennt man doch zu wissen! Die zwei letzten Fragen, die einzigen darunter, die einigen allgemeinen Erkenntnisgewinn erhoffen lassen, beantwortet Wilpert dann im Falle von (9) gar nicht, im Falle von (10) für jeden, der einmal Reineke Fuchs, das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern oder eigentlich auch fast alles andere von Goethe gelesen hat, überraschend mit »Geist und Humor konnten bei Goethe nicht zum Einklang und zu einer Symbiose kommen. Schade.«</p>
<p>Zugegeben &#8211; das Buch ist nicht frei von Selbstironie, was Fragen wie »Warum machte Goethe so ein Theater?« beweisen. Erst die letzten 11 Fragen der Kategorie »Kuriosa« zuzuordnen, ist allerdings prätentiös, wenn doch ein gutes Drittel des Rests ebensogut darunter fällt. Oder ist es von allgemeinem Interesse, ob Goethe gern auf Maskenbälle ging? Holen wir doch gar nicht so weit aus &#8211; die Top Ten können getrost zu Kuriosa gezählt werden!</p>
<p>Meine Top Ten an von Wilpert lauten übrigens alle:</p>
<p>Warum, Wilpert?</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 150px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">prätentiös</div>
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		<title>Der 31. Deutsche Orientalistentag: Vermischtes</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/10/vermischtes-der-31-deutsche-orientalistentag/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 10:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage, was eigentlich zum »Orient« zähle, ist nicht leicht zu beantworten &#8211; wenn man sich die Fächervielfalt des 31. DOTs ansieht, jedenfalls eine ganze Menge: Von Afrikanistik bis Zentralasien war eine ganze Menge Welt vertreten. Daß all diese Fächer dennoch sinnvoll in einem Programm untergebracht werden konnten, ist das Verdienst der Veranstalter der Universität <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/10/vermischtes-der-31-deutsche-orientalistentag/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_659" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/unterschiedsuni.png"><img class="size-medium wp-image-659" title="Uni Marburg: Genauso unterschiedlich wie das Programm" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/unterschiedsuni-300x231.png" alt="Uni Marburg: Genauso unterschiedlich wie das Programm" width="300" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">Uni Marburg: Genauso unterschiedlich wie das Programm</p></div>
<p>Die Frage, was eigentlich zum »Orient« zähle, ist nicht leicht zu beantworten &#8211; wenn man sich die Fächervielfalt des 31. DOTs ansieht, jedenfalls eine ganze Menge: Von Afrikanistik bis Zentralasien war eine ganze Menge Welt vertreten. Daß all diese Fächer dennoch sinnvoll in einem Programm untergebracht werden konnten, ist das Verdienst der Veranstalter der Universität Marburg.</p>
<p>Die Eröffnungsfeierlichkeiten in der Aula der Alten Bibliothek wurden durch eine hervorragende <a title="Festrede von Prof. Bauer" href="http://www.uni-marburg.de/cnms/aktuelles/news/dot-vortrag-bauer.pdf">Festrede</a> von Prof. Thomas Bauer (Münster) gekrönt, die ein paar Vorurteile zu dem, was deutschen Medien als »typisch muslimisch« gilt, geradegerückt hat, zugleich aber auch berührte, was alle, die sich intensiv mit fremden Kulturen beschäftigen, Sorgen bereiten muß: Das Mißtrauen und Unverständnis gegenüber Erscheinungsformen anderer Länder, die aus unzureichender Information und allzu viel Lust am schnellen Urteilen herrühren.</p>
<p>Die Vielfalt des DOTs und Größe des Kongresses (über achthundert Teilnehmer) ist lobenswert, wenn auch bald offensichtlich wurde, daß verhältnismäßig wenig Besucher die Chance nutzten, an fachfremden Veranstaltungen teilzunehmen. Die Sinologie und Japanologie waren dieses Mal dennoch recht gut besucht  und die Veranstaltungen zeigten eine weite Bandbreite dessen, was die Fächer zu bieten haben.</p>
<p><span id="more-652"></span>Auch ich hatte leider nur wenig Gelegenheit, an den japanologischen und sinologischen Veranstaltungen teilzunehmen, an dieser Stelle daher nur ein paar Worte zu einigem Gesehenen.</p>
<div id="attachment_673" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/auladavor2.jpg"><img class="size-medium wp-image-673" title="Die Aula der Alten Bibliothek in Marburg" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/10/auladavor2-300x219.jpg" alt="Die Aula der Alten Bibliothek in Marburg" width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Die Aula der Alten Bibliothek in Marburg</p></div>
<p>Dr. Thomas Hackner verstand es, in seinem Vortrag über die Ästhetik des Selbstmords bei Dazai Osamu und Mishimia Yukio selbst diesem Thema noch einige Gramm Unterhaltsamkeit abzugewinnen und es mit der angemessenen Distanz zu behandeln. Dr. Nils Gülberg brachte unerwartete Einsichten in die Welt der Ansichtspostkarten, zu der online auch eine <a title="Ansichtspostkarten" href="http://www.f.waseda.jp/guelberg/marburg2010/dotmain.htm">Dokumentation</a> bereitsteht.</p>
<p>Die Universität Trier veranstaltete das Panel »Japanische SpielKULTUR«,  in dem Studenten die Möglichkeit gegeben wurde, im Rahmen des DOTs  eigene Projekte vorzustellen. Wenn auch erstaunlicherweise kein einziger  der Vorträge von eigentlichen Spielen (Fußball einmal ausgenommen)  handelte, wurden Literatur, Film, Computerspiel, Kanji, Sport und  Architektur aus dem Aspekt des Spielens beleuchtet. Wie auch bei den  Graduierten war das Bild, das sich dabei ergab, gemischt &#8211; die  zahlreichen Kommentare und das ausführliche Feedback von Frau Prof.  Schmidtpott haben die Veranstaltung jedoch sicher zu einer lohnenden  Erfahrung gemacht.</p>
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		<title>Dialekt und Dichtung &#8211; Teil 2</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/09/dialekt-und-dichtung-teil-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 21:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Guo Moruo]]></category>
		<category><![CDATA[Kuriosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Guos Moruos Faust-Übersetzung wird mitunter vorgeworfen, daß Wörter daraus aus dem Heimatdialekt Guos, nämlich der Sprache Sichuans, stammen. Das ist sicherlich keine völlig unbegründete Kritik, beschäftigen sich doch gleich die ersten zwei von Goethes Regeln für Schauspieler eben mit dem Gebrauch von Dialekt auf der Bühne: Dialekt § 1 Wenn mitten in einer tragischen Rede <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/09/dialekt-und-dichtung-teil-2/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_642" class="wp-caption alignleft" style="width: 259px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/stielergoethe.jpg"><img class="size-medium wp-image-642 " title="Hat gebabbelt: Johann Wolfgang von Goethe" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/stielergoethe-249x300.jpg" alt="Hat gebabbelt: Johann Wolfgang von Goethe" width="249" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hat gebabbelt: Johann Wolfgang von Goethe</p></div>
<p>Guos Moruos <em>Faust</em>-Übersetzung wird mitunter vorgeworfen, daß Wörter daraus aus dem Heimatdialekt Guos, nämlich der Sprache Sichuans, stammen. Das ist sicherlich keine völlig unbegründete Kritik, beschäftigen sich doch gleich die ersten zwei von Goethes <em>Regeln für Schauspieler</em> eben mit dem Gebrauch von Dialekt auf der Bühne:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Dialekt</p>
<p>§ 1</p>
<p>Wenn mitten in einer tragischen Rede sich ein Provinzialismus eindrängt, so wird die schönste Dichtung verunstaltet und das Gehör des Zuschauers beleidigt. Daher ist das Erste und Notwendigste für den sich bildenden Schauspieler, daß er sich von allen Fehlern des Dialekts befreie und eine vollständige reine Aussprache zu erlangen suche. Kein Provinzialismus taugt auf die Bühne! Dort herrsche nur die reine deutsche Mundart, wie sie durch Geschmack, Kunst und Wissenschaft ausgebildet und  verfeinert worden.</p>
<p><span id="more-641"></span></p>
<p>§ 2</p>
<p>Wer mit Angewohnheiten des Dialekts zu kämpfen hat, halte sich an die allgemeinen Regeln der deutschen Sprache und suche das neu Anzuübende recht scharf, ja schärfer auszusprechen, als es eigentlich sein soll. Selbst Übertreibungen sind in diesem Falle zu raten, ohne Gefahr eines Nachteils; denn es ist der menschlichen Natur eigen, daß sie immer gern zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehrt und das übertriebene von selbst ausgleicht.<br />
[ Goethe-BA Bd. 17, S. 92-83]</p></blockquote>
<p>Interessant ist hier unter anderem, daß Goethe davon ausgeht, daß es eine &#8220;reine deutsche Mundart&#8221; gebe. Und in unserem Zusammenhang außerdem bemerkenswert ist der Umstand, daß sich Goethe zuweilen seines Frankfurter Dialekts bedient und selbst im <em>Faust </em>damit gedichtet hat; anders sind Reime wie: „Oh neige / Du Schmerzensreiche“ (Verse 3587–3589) oder „Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen / Und sich die goldnen Eimer reichen!“ (Verse 449–450) nicht zu erklären. (Goethe, <em>Sämtliche Werke. Münchner Ausgabe / Weimarer Klassik 1798-1806</em>, 640 bzw.  547.) Goethe, man traut es sich kaum zu sagen, hat <em>gebabbelt</em>.  (Wer wissen möchte, wie das geklungen haben mochte, kann sich auf Youtube einen interessanten<a title="Hessisch bei Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=_tlLJAXKE6I"> <strong>Hörbeitrag</strong></a> zu Gemüte führen, in dem verschiedene Sorten Hessisch mit viel erheiternden Beispielen vorgestellt werden.)</p>
<p>Ich bin geneigt, angesichts dieses Umstandes nicht allzu hart mit Guos Sichuanismen ins Gericht zu gehen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vortrag auf dem 31. Deutschen Orientalistentag</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/09/vortrag-auf-dem-31-deutschen-orientalistentag/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 08:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Guo Moruo]]></category>
		<category><![CDATA[Ōgai Mori Rintarō]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nora-bartels.de/?p=634</guid>
		<description><![CDATA[Mittlerweile stehen Datum, Zeit und Ort meines Vortrags auf dem 31. Deutschen Orientalistentag in Marburg fest. Alle Zuhörer sind herzlich willkommen: Freitag, 24. September 2010 9-10:30 (Block 3) Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B07 zu meinem Vortrag mit dem Titel »Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo«.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_635" class="wp-caption alignright" style="width: 219px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/dot.png"><img class="size-medium wp-image-635" title="Programmheft des diesjährigen DOTs" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/dot-209x300.png" alt="Programmheft des diesjährigen DOTs" width="209" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Programmheft des diesjährigen DOTs</p></div>
<p>Mittlerweile stehen Datum, Zeit und Ort meines Vortrags auf dem 31. Deutschen Orientalistentag in Marburg fest. Alle Zuhörer sind herzlich willkommen:</p>
<p>Freitag, 24. September 2010</p>
<p>9-10:30 (Block 3)</p>
<p>Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B07</p>
<p>zu meinem Vortrag mit dem Titel »Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen<br />
von Mori Ōgai und Guo Moruo«.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rätseln mit Goethe</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/08/ratseln-mit-goethe/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 06:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kuriosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Arbeit verwehrt mir momentan längere Einträge, da scheint es genau die richtige Zeit für ein Preisausschreiben. Die schwedische Firma Pictura Graphica brachte 1992 eine Postkarte auf den Markt, die ich seitdem nicht versenden konnte &#8211; hatte sich doch ein fabelhafter Übersetzungsfehler hineingeschlichen. Wer ihn findet, bekommt von mir eine Goethesche Weisheit gratis. Die aufgeklappte <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/08/ratseln-mit-goethe/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeit verwehrt mir momentan längere Einträge, da scheint es genau die richtige Zeit für ein Preisausschreiben. Die schwedische Firma Pictura Graphica brachte 1992 eine Postkarte auf den Markt, die ich seitdem nicht versenden konnte &#8211; hatte sich doch ein fabelhafter Übersetzungsfehler hineingeschlichen. Wer ihn findet, bekommt von mir eine Goethesche Weisheit gratis.</p>
<p><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/goetheraetsel1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-628" title="goetheraetsel1" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/goetheraetsel1.png" alt="" width="270" height="400" /></a></p>
<p>Die aufgeklappte Karte birgt das Rätsel:</p>
<p><span id="more-627"></span></p>
<p><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/goetheraetsel2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-629" title="goetheraetsel2" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/goetheraetsel2.png" alt="" width="600" height="438" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mundart, Dialekt und unlösbare Probleme</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/08/mundart-dialekt-und-unlosbare-probleme/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 06:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Methodik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nora-bartels.de/?p=594</guid>
		<description><![CDATA[Für junge Menschen scheint alles so einfach. Gut, das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Manches erscheint geradezu unerreichbar: regelmäßiges Arbeiten, eigene Kinder, oder in meinem Fall die Fahrerlaubnis. Aber zu Beginn grenzenlos ist das Vertrauen darin, daß alles auf der Welt übersetzbar sei. Man liest Bücher und Aufsätze, die hartnäckig erklären, kein Text der Welt <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/08/mundart-dialekt-und-unlosbare-probleme/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_605" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/dialekt.jpg"><img class="size-medium wp-image-605" title="Möglicherweise sprechen die abgebildeten drei Herren Dialekt" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/08/dialekt-300x253.jpg" alt="Möglicherweise sprechen die abgebildeten drei Herren Dialekt" width="300" height="253" /></a><p class="wp-caption-text">Möglicherweise sprechen die abgebildeten drei Herren Dialekt</p></div>
<p>Für junge Menschen scheint alles so einfach.</p>
<p>Gut, das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Manches erscheint geradezu unerreichbar: regelmäßiges Arbeiten, eigene Kinder, oder in meinem Fall die Fahrerlaubnis. Aber zu Beginn grenzenlos ist das Vertrauen darin, daß alles auf der Welt übersetzbar sei. Man liest Bücher und Aufsätze, die hartnäckig erklären, kein Text der Welt sei unübersetzbar, und siehe da, es scheint ganz, als hätten Leute, die etwas für unübersetzbar erklären, einfach nicht die rechte Mühe aufgewendet.</p>
<p>Vielleicht ist es sogar vernünftig, auf die Art an die ersten Übersetzungen heranzugehen &#8211; andernfalls hätten wir womöglich weitaus weniger ursprünglich fremdsprachige Literatur in unseren Regalen. Irgendwann aber stößt man an die Grenzen des Übersetzlichen, und ein guter Teil der Übersetzer scheint dann schon leidenschaftlich genug bei der Sache, um trotzdem weiterzumachen. Solche Grenzen zeigen sich in ihrer ganzen Länge und schieren Unüberwindbarkeit beim Versuch, Dialekte zu übersetzen.</p>
<p><span id="more-594"></span></p>
<p>Ein Freund in vielen Übersetzungslagen ist Jiří L<span style="font-size: 87%;">EVÝ</span>s Werk <em>Die literarische Übersetzung</em>. Er äußert sich zum Übersetzen von Dialekten folgendermaßen:</p>
<blockquote><p>Es ist unmöglich, mit den Mitteln der deutschen Sprache eine Gestalt aus <em>Lady Chatterley&#8217;s Lover</em> von D. H. Lawrence als Bewohner von Derbyshire zu charakterisieren oder gar die komplizierte ethnographische Struktur in Mark Twains <em>Huckleberry Finn</em> zu erfassen. [...] Eine konkrete Mundart oder eine fremde Nationalsprache sind zu eng mit einer ganz bestimmten Landschaft verbunden, als daß man sie zur Substitution heranziehen könnte. Wenn in J. B. Priestleys Reportageroman aus dem Milieu einer englischen Flugzeugfabrik Daylight on Saturday der schottische Arbeiter Jock sächsischen oder bayerischen Dialekt spräche [...], dann würde der Übersetzer keineswegs ein Lokalkolorit schaffen, sondern das Gegenteil erreichen: er würde das Werk in irgendeinem Teil seiner eigenen Heimat lokalisieren.<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/08/mundart-dialekt-und-unlosbare-probleme/#footnote_0_594" id="identifier_0_594" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Lev&yacute;, Jiř&iacute;. Die literarische &Uuml;bersetzung, &Uuml;bers. Walter Schamschula, Frankfurt am Main: Athen&auml;um-Verlag 1969, S. 101-102.">1</a></sup><sup><br />
</sup></p></blockquote>
<p>Als Lösungswege schlägt Levý das Auslassen vor, andererseits den Hinweis »sprach er in seiner Mundart«, allenfalls den Gebrauch einer regional merkmallosen Kunst-Mundart und nur dann eine Substitution mit einem einheimischen Dialekt, »wo die allgemeine Bedeutung die besondere absolut überdeckt« (d.h. zum Beispiel, wenn ein Dialekt nur zur Karikatur der Figur gebraucht wird). Einen regional merkmallosen Kunst-Dialekt zu schaffen muß allerdings geradezu in  einem Soziolekt enden, der andere Aufgaben erfüllt als ein Dialekt und abweichend oder exzentrisch zu klingt, sobald er im Werk mit  der Standardsprache kontrastiert wird.</p>
<p>In Dialekt geschriebene Literatur ist in Deutschland nicht gerade <em>en vogue</em>. Wenn Thomas Mann seinen Hans Castorp die plattdeutsche Gewohnheit angedeien lassen möchte, ein st nicht mit dem sch-Laut zu sprechen, so kommt er nicht auf die Idee, das in jedem Satz, den dieser spricht, neu zu verbildlichen, sondern schreibt einmal auf den Anfangsseiten: »Er sagte &#8220;Selbstvers-tändlich&#8221; mit dem getrennten st«. Die Standardsprache hat sich spätestens mit der Erfindung des Fernsehens so umfassend durchgesetzt, daß über Sprecher mit Dialekt oft gelächelt, über Bücher in Dialekt aber in der Regel nur verständnislos der Kopf geschüttelt wird &#8211; selbst in der direkten Rede. Damit steht Deutschland nicht allein da, doch es gibt Ausnahmen: Die italienische Dichtung kennt auch heute noch eine Reihe von Mundart-Dichtungen, und auch in japanischen Büchern finden sich nicht selten Figuren, die sich eines regionalen Dialekts bedienen, häufig, um die damit verbundenen Klischees zu transportieren.</p>
<p>In der Praxis wird Dialekt also bei der Übersetzung ins Deutsche meist übergangen und das, was  durch ihn transportiert wird, geht vorloren: die Verbindung mit einer  bestimmten Region, deren Merkmalen, einer sozialen Klasse; die eigene  Klangwelt und melodische Qualität des Dialekts, der Wehmut, der durch  den Klang einer fast verdrängten Mundart aufkommt, ihr Widerspruch zur  Hochsprache, der mehr umfassen kann, als bloße Marginalität: auch den  aufrührerische Effekt verlischt, den manche Dichtung hervorbringt, die sich bewußt gegen  die herrschende Standardsprache entscheidet. Angesichts dieser Fülle an Funktionen, die ein Dialekt haben kann, scheint es geradezu unverantwortlich, auf die Übertragung zu verzichten, doch Lösungen für dieses Dilemma gibt es selten, und dann nur konkret und nicht selten in Form von Fußnoten oder Vorworten.</p>
<p>Und wie so oft irrt die Jugend. Irgendwann fängt sie an zu arbeiten, Kinder zu bekommen, und sogar ich habe mittlerweile eine Fahrerlaubnis. Aber nicht alles auf der Welt ist übersetzlich.</p>
<p style="text-align: center;">::</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_594" class="footnote">Levý, Jiří. <em>Die literarische Übersetzung</em>, Übers. Walter Schamschula, Frankfurt am Main: Athenäum-Verlag 1969, S. 101-102.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Inoue Hisashi: Der längste Name der Welt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 08:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inoue Hisashi]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetztes]]></category>

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		<description><![CDATA[Inoue Hisashis Werk umfaßt eine Reihe kurzer, oft heiterer Essays, von denen ich hier eines vorstellen möchte. Es stammt aus dem Buch Fu fu fu. Der längste Name der Welt Wenn ich an einem Roman oder an einem Drama zu arbeiten beginne, dann sind das, was mir oft unerwartet viele Schwierigkeiten bereitet, die Namen für <a href='http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_561" class="wp-caption alignright" style="width: 203px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/07/fufufu.png"><img class="size-medium wp-image-561" title="Inoue Hisashi: Fu fu fu" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/07/fufufu-193x300.png" alt="Inoue Hisashi: Fu fu fu" width="193" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Inoue Hisashi: Fu fu fu</p></div>
<p>Inoue Hisashis Werk umfaßt eine Reihe kurzer, oft heiterer Essays, von denen ich hier eines vorstellen möchte. Es stammt aus dem Buch <em>Fu fu fu</em>.</p>
<h3>Der längste Name der Welt</h3>
<p>Wenn ich an einem Roman oder an einem Drama zu arbeiten beginne, dann sind das, was mir oft unerwartet viele Schwierigkeiten bereitet, die Namen für die auftretenden Figuren. Zum Beispiel wäre „Yamada Hanako<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_0_558" id="identifier_0_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="山田花子. Sowohl Yamada als auch Hanako (weiblicher Vorname) sind  sehr h&auml;ufige japanische Namen. Die &uuml;bliche Reihenfolge, Familienname vor dem Rufnamen,  wurde beibehalten.">1</a></sup> zu einfach und würde umgekehrt einen starken Eindruck vermitteln. Namen wie „Yamada Shizue“<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_1_558" id="identifier_1_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="山田静江 (weiblicher Vorname).">2</a></sup> gefallen mir, aber sind letztlich veraltet. Und dennoch ist „Yamada Asuka“<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_2_558" id="identifier_2_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="山田明日香( weiblicher Vorname), besonders beliebt seit 1999, als die  Fernsehserie &bdquo;Asuka&ldquo; mit einer Heldin gleichen Namens ausgestrahlt  wurde.">3</a></sup> zu modern und nimmt alle Kraft.<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_3_558" id="identifier_3_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Wendung 気合いを入れるbedeutet in etwa: &bdquo;sich konzentrieren&ldquo;, &bdquo;geistige  Kr&auml;fte aufbringen&ldquo;. In diesem Zusammenhang ist sie eher ungew&ouml;hnlich.  Statt &bdquo;nimmt einem alle Kraft&ldquo; w&auml;re auch eine Paraphrase denkbar,  beispielsweise: &bdquo;und deshalb nicht so eindrucksvoll/eindringlich&ldquo;.">4</a></sup></p>
<p>In solchen Momenten beneide ich die Schriftsteller aus Myanmar. Dort braucht man keinen Nachnamen. Genauso wie beim Tenno reicht der Vorname aus. Wenn man die schönen Worte Aung San Suu Kyi<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_4_558" id="identifier_4_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Politikerin aus Myanmar, 1945&ndash;, erhielt 1991 den  Friedensnobelpreis, lebt seit vielen Jahre in Gefangenschaft bzw.  Hausarrest. Die Umschrift des Namens im Originaltext wird mit dem  Katakana-Silbenalphabet vorgenommen: アウンサンスーチー (Romaji: Aunsansūchī). ">5</a></sup> zusammenfügt, wird daraus ein Vorname. Aung bedeutet „Sieg“ oder „Übertreffen“, San heißt „selten“, Suu bedeutet „ansammeln“ und Kyi „rein“.<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_5_558" id="identifier_5_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Myanmar werden Namen h&auml;ufig gebildet, indem man seine W&uuml;nsche f&uuml;r die  Kinder aneinander reiht. Auch ist es sehr leicht m&ouml;glich, den eigenen  Namen zu &auml;ndern und eigene Hoffnungen oder Vorstellungen einflie&szlig;en zu  lassen.">6</a></sup> Zusammen ergeben sie einen „von in der ganzen Welt seltener Reinheit überströmenden, vortrefflichen Menschen“. Außerordentlich schön.</p>
<p><span id="more-558"></span>Russische Schriftsteller haben vielleicht auch Sorgen bei der Namensgebung. Wie Sie wissen, sind russische Namen aufgebaut aus Vorname + Vatersname + Nachname. Das habe ich einmal mißbraucht und ein Stück geschrieben, bei dem viele Russen mit anstrengenden Namen auftreten. Der Vater heißt Alexandr Drachmaninov Urvibakbanowski, die Ehefrau heißt Olga Feufiraktvina Urvibakbanowskaya&#8230;<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_6_558" id="identifier_6_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Umschrift im Originaltext im Katakana-Silbenalphabet:  アルキサンドール・ドラフマーナヴィッチ・ウルヴィバクバノーフスキー und オーリガ・フェウフィラクトヴナ・ウルヴィバクバーノフスカヤ  (Romaji: Arekisandooru Dorafumaanabicchi Urubibakubanoofusukii und  Ooruga Feufirakutowuna Urubibakubaanofusukaya) Vermutlich gemeinte Namen  in kyrillischer Schrift sind: Александр Дорофеевич Урбибакбановский und  Ольга Феофилактовна Урбибакбановска. Insbesondere beim Nachnamen des  Ehepaares ist es fraglich, ob hier eine reale Vorlage vorhanden war,  oder der Name vom Autor frei erfunden wurde.">7</a></sup> Ich habe mir Sorgen gemacht, daß das die Schauspieler dazu bringt, sich auf die Zunge zu beißen, aber nach einigen Sprechübungen konnten sie es bald fließend aufsagen. Übung macht wahrhaft Meister.<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_7_558" id="identifier_7_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Original: &bdquo;&Uuml;bung ist wahrhaft erschreckend&ldquo;. Da diese Wendung f&uuml;r deutsche Leser  schwer verst&auml;ndlich ist, wurde hier ein gel&auml;ufigeres Bild gew&auml;hlt.  M&ouml;glich w&auml;ren auch: &bdquo;&Uuml;bung ist wirklich etwas Erstaunliches.&ldquo;, &bdquo;&Uuml;bung  kann wahrhaft erschrecken.&ldquo;.">8</a></sup></p>
<p>Ich interessiere mich also aufgrund meiner Arbeit für die Namen dieser Welt. Soweit ich weiß, ist der Inhaber des längsten Namens der Welt tatsächlich die Königin von England. Der offizielle Name von Königin Elisabeth geht nämlich so: <em>Elizabeth II, by the Grace of God, of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of Her Other Realms and Territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith.</em><sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_8_558" id="identifier_8_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Original ebenfalls Englisch belassen, zur Abhebung vom restlichen  Text hier kursiv gesetzt. Zu Deutsch: &bdquo;Elizabeth II., von Gottes Gnaden  K&ouml;nigin des Vereinigten K&ouml;nigreichs von Gro&szlig;britannien und Nordirland  und ihrer &uuml;brigen Reiche und Territorien, Haupt des Commonwealth,  Verteidigerin des Glaubens.&ldquo; Tats&auml;chlich f&uuml;hrt Elisabeth II. in jedem  Land des Commonwealth einen etwas anderen Titel.">9</a></sup></p>
<p>Kürzlich hat der Moderator in einem Quiz-Programm der englischen BBC (British Broadcasting Corporation) die fünfzig Teilnehmer gefragt: „Was ist der offizielle Name der Queen?“,<sup><a href="http://www.nora-bartels.de/2010/07/inoue-hisashi-der-langste-name-der-welt/#footnote_9_558" id="identifier_9_558" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Obwohl im Original das japanische Wort f&uuml;r K&ouml;nigin, n&auml;mlich 女王 (joō)  benutzt wird, wurde in der &Uuml;bersetzung das Wort &bdquo;Queen&ldquo; anstelle von  &bdquo;K&ouml;nigin&ldquo; gew&auml;hlt, da es der in Deutschland g&auml;ngige Name f&uuml;r die K&ouml;nigin  von England ist.">10</a></sup> doch es gab nicht einen, der richtig geantwortet hätte.</p>
<p style="text-align: right;">Aus: Inoue, Hisashi 井上ひさし. <em>Fu fu fu </em>『ふふふ』 [Geräusch eines leisen Lachens], Kōdansha 講談社 2005.</p>
<p style="text-align: right;">(Übersetzung Nora Bartels)</p>
<p style="text-align: center;">::</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">“</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_558" class="footnote">山田花子. Sowohl Yamada als auch Hanako (weiblicher Vorname) sind  sehr häufige japanische Namen. Die übliche Reihenfolge, Familienname vor dem Rufnamen,  wurde beibehalten.</li><li id="footnote_1_558" class="footnote">山田静江 (weiblicher Vorname).</li><li id="footnote_2_558" class="footnote">山田明日香( weiblicher Vorname), besonders beliebt seit 1999, als die  Fernsehserie „Asuka“ mit einer Heldin gleichen Namens ausgestrahlt  wurde.</li><li id="footnote_3_558" class="footnote">Die Wendung 気合いを入れるbedeutet in etwa: „sich konzentrieren“, „geistige  Kräfte aufbringen“. In diesem Zusammenhang ist sie eher ungewöhnlich.  Statt „nimmt einem alle Kraft“ wäre auch eine Paraphrase denkbar,  beispielsweise: „und deshalb nicht so eindrucksvoll/eindringlich“.</li><li id="footnote_4_558" class="footnote">Politikerin aus Myanmar, 1945<span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;">–</span>, erhielt 1991 den  Friedensnobelpreis, lebt seit vielen Jahre in Gefangenschaft bzw.  Hausarrest. Die Umschrift des Namens im Originaltext wird mit dem  Katakana-Silbenalphabet vorgenommen: アウンサンスーチー (Romaji: Aunsansūchī). </li><li id="footnote_5_558" class="footnote">In Myanmar werden Namen häufig gebildet, indem man seine Wünsche für die  Kinder aneinander reiht. Auch ist es sehr leicht möglich, den eigenen  Namen zu ändern und eigene Hoffnungen oder Vorstellungen einfließen zu  lassen.</li><li id="footnote_6_558" class="footnote">Umschrift im Originaltext im Katakana-Silbenalphabet:  アルキサンドール・ドラフマーナヴィッチ・ウルヴィバクバノーフスキー und オーリガ・フェウフィラクトヴナ・ウルヴィバクバーノフスカヤ  (Romaji: Arekisandooru Dorafumaanabicchi Urubibakubanoofusukii und  Ooruga Feufirakutowuna Urubibakubaanofusukaya) Vermutlich gemeinte Namen  in kyrillischer Schrift sind: Александр Дорофеевич Урбибакбановский und  Ольга Феофилактовна Урбибакбановска. Insbesondere beim Nachnamen des  Ehepaares ist es fraglich, ob hier eine reale Vorlage vorhanden war,  oder der Name vom Autor frei erfunden wurde.</li><li id="footnote_7_558" class="footnote">Original: „Übung ist wahrhaft erschreckend“. Da diese Wendung für deutsche Leser  schwer verständlich ist, wurde hier ein geläufigeres Bild gewählt.  Möglich wären auch: „Übung ist wirklich etwas Erstaunliches.“, „Übung  kann wahrhaft erschrecken.“.</li><li id="footnote_8_558" class="footnote">Im Original ebenfalls Englisch belassen, zur Abhebung vom restlichen  Text hier kursiv gesetzt. Zu Deutsch: „Elizabeth II., von Gottes Gnaden  Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland  und ihrer übrigen Reiche und Territorien, Haupt des Commonwealth,  Verteidigerin des Glaubens.“ Tatsächlich führt Elisabeth II. in jedem  Land des Commonwealth einen etwas anderen Titel.</li><li id="footnote_9_558" class="footnote">Obwohl im Original das japanische Wort für Königin, nämlich 女王 (<em>joō</em>)  benutzt wird, wurde in der Übersetzung das Wort „Queen“ anstelle von  „Königin“ gewählt, da es der in Deutschland gängige Name für die Königin  von England ist.</li></ol>]]></content:encoded>
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