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	<title>Bis ans Unübersetzliche &#187; Vorträge und Veranstaltungen</title>
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	<description>Arbeits- und Übersetzungsjournal</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Sep 2010 08:51:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Vortrag auf dem 31. Deutschen Orientalistentag</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 08:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Guo Moruo]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ōgai Mori Rintarō]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittlerweile stehen Datum, Zeit und Ort meines Vortrags auf dem 31. Deutschen Orientalistentag in Marburg fest. Alle Zuhörer sind herzlich willkommen: Freitag, 24. September 2010 9-10:30 (Block 3) Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B07 zu meinem Vortrag mit dem Titel &#8220;Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo&#8221;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_635" class="wp-caption alignright" style="width: 219px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/dot.png"><img class="size-medium wp-image-635" title="Programmheft des diesjährigen DOTs" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/09/dot-209x300.png" alt="Programmheft des diesjährigen DOTs" width="209" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Programmheft des diesjährigen DOTs</p></div>
<p>Mittlerweile stehen Datum, Zeit und Ort meines Vortrags auf dem 31. Deutschen Orientalistentag in Marburg fest. Alle Zuhörer sind herzlich willkommen:</p>
<p>Freitag, 24. September 2010</p>
<p>9-10:30 (Block 3)</p>
<p>Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B07</p>
<p>zu meinem Vortrag mit dem Titel &#8220;Ich muß es anders übersetzen: Die Faust-Übersetzungen<br />
von Mori Ōgai und Guo Moruo&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Vortragsankündigung: „Ich muß es anders übersetzen“</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2010/05/vortragsankundigung-ich-muss-es-anders-ubersetzen/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 12:07:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem diesjährigen Deutschen Orientalistentag (20. &#8211; 24. September) werde ich einen Vortrag halten mit dem Titel „Ich muß es anders übersetzen“: Die „Faust“-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo Abstract: Da Goethes Faust in Inhalt, Sprache und Form im europäischen Denken verwurzelt ist, könnte es erstaunen, daß dieses Werk auch in China und Japan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem diesjährigen <a href="http://www.dot2010.de/" target="_blank">Deutschen Orientalistentag</a> (20. &#8211; 24. September) werde ich einen Vortrag halten mit dem Titel</p>
<p>„<strong>Ich muß es anders übersetzen</strong>“<strong>: Die </strong>„<strong>Faust</strong>“<strong>-Übersetzungen von Mori Ōgai und Guo Moruo</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Abstract:</span></p>
<p>Da Goethes <em>Faust </em>in Inhalt, Sprache und Form im europäischen Denken  verwurzelt ist, könnte es erstaunen, daß dieses Werk auch in China und  Japan beliebt und einflußreich werden konnte, obwohl diese Länder andere  historische, religiöse und nicht zuletzt sprachliche Hintergründe  haben. Dieses Phänomen ist sicherlich durch die Universalität des Werks  selbst zu erklären, und doch war die erste Voraussetzung dafür, daß es  übersetzt wurde. Unter den Dichtern und Wissenschaftlern, die <em>Faust</em> in  China und Japan bekannt machten, haben Guo Moruo und Mori Rintarō,  genannt Ōgai, eine besondere Rolle gespielt.<br />
Aber welchen Goethe lasen Japaner und Chinesen damals? In meinem Vortrag  soll der Versuch unternommen werden, die Übersetzungen einer  ausgewählten Faust-Passage zu analysieren und dabei zu zeigen, welche  Strategien und Techniken die beiden Übersetzer angewendet haben, sowie  ob stilistische oder inhaltliche Veränderungen vorgenommen wurden.</p>
<p>Möglicherweise hat ja der ein oder andere Leser die Gelegenheit vorbeizuschauen. Über eine anschließende Diskussion würde ich mich sehr freuen.</p>
<p>♦</p>
<p>Englische Version:<span id="more-468"></span></p>
<p>At the 31. DOT (<a href="http://www.dot2010.de/" target="_blank">Deutscher Orientalistentag</a>, September 20th &#8211; 24th), I will give a presentation on the following topic:</p>
<p><strong>&#8220;Ich muß es anders übersetzen&#8221;: Faust-Translations of Mori Ōgai and Guo Moruo</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Abstract:</span></p>
<p>Since Goethes Faust is deeply rooted in European thought as evidenced by the content, language, and in his numerous references and allusions, it must come as a surprise that this work could be both popular and influential in countries such as Japan or China, even though these countries have different historical, religious and linguistic backgrounds. This phenomenon could be explained by the universality of the work itself, and yet is the first condition that it was translated. Two translators who played an important role for the popularity of Faust in Japan and China were Mori Ōgai and Guo Moruo.<br />
But which Goethe did Japanese and Chinese readers read at that time? In my presentation, I attempt to analyze the translations of a Faust passage and to show what strategies and techniques the two translators used, and whether stylistic or substantive changes were made.</p>
<p>I would be glad if some of my readers could attend.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der perfekte Titel</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 15:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kuriosa]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Jahr im Februar finden in Berlin Filmfestspiele statt, bei denen man die Gelegenheit hat, Filme aus aller Herren Länder zu sehen. Als gebürtiger Berliner ist es wie mit vielen Attraktionen, die die Stadt zu bieten hat: Man lernt sie erst kennen, wenn Gäste zu Besuch sind. Aus ebendiesem Grund stand ich in diesem Frühjahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_439" class="wp-caption alignright" style="width: 410px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/05/goruden2.jpg"><img class="size-full wp-image-439" title="Nichts für Zuspätkommende: Nakamura Yoshihiros &quot;Goruden Suramba&quot;" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/05/goruden2.jpg" alt="Nichts für Zuspätkommende: Nakamura Yoshihiros &quot;Goruden Suramba&quot;" width="400" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Nichts für Zuspätkommende: Nakamura Yoshihiros &quot;Goruden Suramba&quot;</p></div>
<p>Jedes Jahr im Februar finden in Berlin Filmfestspiele statt, bei denen man die Gelegenheit hat, Filme aus aller Herren Länder zu sehen. Als gebürtiger Berliner ist es wie mit vielen Attraktionen, die die Stadt zu bieten hat: Man lernt sie erst kennen, wenn Gäste zu Besuch sind. Aus ebendiesem Grund stand ich in diesem Frühjahr dort, wo ich eigentlich niemals hatte stehen wollen: in der langen Schlange der Kartenkaufenden am Potsdamer Platz. Als ich aber an die Reihe kam, kam die noch größere Überraschung.</p>
<p>Den Titel des Filmes, den meine Begleitung sehen wollte, hatte ich mir gemerkt und sagte ihn der Verkäuferin. Zu meinem Erstaunen konnte sie den Film in der Datenbank jedoch nicht finden und bat mich, Tag und Uhrzeit der Aufführung zu nennen. Glücklicherweise hatte ich mir Notizen gemacht und konnte beides nennen – doch weiterhin erfolglos. Um diese Zeit spielte kein Film namens <em>Golden Slumber</em>. Welcher Film statt dessen spiele? <em>Goruden Suramba</em>.</p>
<p><span id="more-422"></span></p>
<p>Was war geschehen? Beginnen wir ganz von Anfang an: Paul McCartney schrieb irgendwann Ende der sechziger Jahre einen Song namens <em>Golden Slumbers</em>, zu deutsch also „Goldene Schlummer“, dem I<span style="font-size: 87%;">SAKA</span> Kotaro eine tragende Rolle in seinem Roman gab und diesen auch danach betitelte. Schließlich verfilmte N<span style="font-size: 87%;">AKAMURA</span> Yoshihiro den Roman 2009 mit gleichem Titel. Setzt man die englische Aussprache, so gut das eben möglich ist, unter Auslassung des Plural-S mit dem japanischen Katakana-Silbenalphabet um, entsteht dabei ゴールデンスランバー. Die einzelnen Zeichen wiederum in ihrer Transkription in lateinische Schrift ergeben dann (fast) das, was auf der Eintrittskarte geschrieben steht; gelesen von der Verkäuferin am Potsdamer Platz ein schönes „Gorruden Surramba“.</p>
<p>Diese Anekdote wirft eine interessantes Problem auf: Hätte der Übersetzer besser daran getan, den Titel anders zu übersetzen? Obwohl es mir sicher ein paar Minuten Rätselratens am Potsdamer Platz erspart hätte, ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten. Betrachtet man zunächst die Möglichkeiten, die der Übersetzer theoretisch hat, ergibt sich folgendes Bild:</p>
<ol>
<li>ゴールデンスランバー (Unkommentierte Beibehaltung)</li>
<li><em>Goruden      Suramba</em> bzw. richtiger <em>Gōruden Suranbā</em> (Transkription der japanischen Silbenschrift)</li>
<li><em>Golden      Slumber</em> (Rückführung auf die ursprünglichen      englischen Wörter)</li>
<li><em>Goldener      Schlummer</em> (Übersetzung ins Deutsche)</li>
<li>[-?-] (Erfinden eines anderen Titels, so wie      beispielsweise der Italowestern <em>Il      grande silenzio</em> auf deutsch <em>Leichen pflastern seinen Weg</em> heißt)</li>
</ol>
<p>(Die Option des Unter- oder Zusatztitels spare ich an dieser Stelle einmal aus.)</p>
<p>Bevor der persönliche Geschmack entscheidet, will überlegt sein, welche Voraussetzungen ein guter Titel hat. Das wären sicher Kürze, Wiedererkennungswert, optische und klangliche Attraktivität. Kurz sind all diese Titel, so daß dieses Kriterium hier getrost beiseite gelassen werden kann. Auch läßt sich vermuten, daß deutsche Titelmacher, die in ihrer Kreativität kaum Grenzen kennen, sicher einen einprägsamen Titel erfinden könnten &#8211; vielleicht <em>Tödliche Beatles</em> oder <em>Nippon Runaway: Ein Mann auf der Flucht</em> &#8211; doch wollen wir hier, bei der Diskussion von Übersetzungsvarianten, auch davon absehen.</p>
<p>Variante eins, das ahnte man schon, ist womöglich optisch attraktiv, fällt aber spätestens dann aus der Wahl, wenn jemand den Titel aussprechen möchte; der Wiedererkennungswert ist dahin. (Unaussprechliche Namen dürfen sich wohl nur Musiker erlauben, die bereits so bekannt sind, daß sie trotzdem erkannt werden.) Ich möchte aber behaupten, daß sich <em>Goruden Suramba</em> aus dem gleichen Grunde nicht zur Wahl anbietet, denn die Buchstabenfolge hat im Deutschen keinerlei Bedeutung und ist somit schwer zu merken. <em>Golden Slumber</em> bzw. <em>Goldener Schlummer</em> scheinen alle Voraussetzungen zu erfüllen, und doch ist einer der Titel geeigneter als der andere: Bei einer Übersetzung sollte, über die üblichen Anforderungen an einen Titel hinaus, das Original und die Intention des Autors nicht unbeachtet bleiben.</p>
<p>Natürlich ist es nicht einfach, die Intention des Autors herauszufinden, wenn man sich nicht mit ihm austauschen kann. Lassen wir einmal offen, ob der Übersetzer des Titels das konnte. Doch sollte die Frage in diesem Fall ausnahmsweise kein Kopfzerbrechen verursachen, wird doch im Film selbst auf die Herkunft des Titels hingewiesen. Auf japanischen CDs werden die Liedertitel nicht selten in der Katakana-Silbenschrift wiedergegeben, so daß für japanische Zuschauer bei ゴールデンスランバー durchaus die Verbindung zum Beatles-Song gegeben ist. Wer denkt bei den Wörtern „Goldener Schlummer“ an das Beatles-Lied? Wohl  wenige. Um also die Intention des Autors zu treffen und möglichst wirkungsäquivalent zu bleiben, drängt sich <em>Golden Slumber</em> als Titel geradezu auf.</p>
<p>Doch muß man so kompliziert gar nicht denken, ein Blick auf die offizielle Webseite des Filmes hätte bereits genügt, denn die lautet nicht etwa www.guruden-suramba.jp, sondern – man ahnt es bereits – <a href="http://www.golden-slumber.jp/">http://www.golden-slumber.jp/</a>.</p>
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		<title>Geschichte im Kontext</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 10:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich am achten Februar trotz eisigen Wetters ins Konfuziusinstitut Berlin gewagt hatte, konnte Prof. Klaus Mühlhahns Vortrag: „Die Vierte Mai Bewegung 1919 im globalen Kontext – Eine Neubestimmung“ hören. Mühlhahn ist zur Zeit Professor für Geschichte an der Universität Indiana, kehrt jedoch im Mai dieses Jahres als Professor an das ostasiatische Institut der Freien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_357" class="wp-caption alignright" style="width: 238px"><a href="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/02/xiangjiang21.jpg"><img class="size-medium wp-image-357" title="Eine Ausgabe der Xiangjiang-Zeitung, (湘江评论 Xiangjiang Pinglun, englischer Name: Shian Kian Weekly Review) die von Juni bis August 1919 erschien" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2010/02/xiangjiang21-228x300.jpg" alt="Eine Ausgabe der Xiangjiang-Zeitung, (湘江评论 Xiangjiang Pinglun, englischer Name: Shian Kian Weekly Review) die von Juni bis August 1919 erschien" width="228" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Ausgabe der Xiangjiang-Zeitung, (湘江评论 Xiangjiang Pinglun, englischer Name: Shian Kian Weekly Review) die von Juni bis August 1919 erschien</p></div>
<p>Wer sich am achten Februar trotz eisigen Wetters ins Konfuziusinstitut Berlin gewagt hatte, konnte Prof. Klaus Mühlhahns Vortrag: „Die Vierte Mai Bewegung 1919 im globalen Kontext – Eine Neubestimmung“ hören. Mühlhahn ist zur Zeit Professor für Geschichte an der Universität Indiana, kehrt jedoch im Mai dieses Jahres als Professor an das ostasiatische Institut der Freien Universität zurück, in dem er 1993 sein Studium begonnen hatte.</p>
<p>Die Bewegung des 4. Mai ist eine der interessantesten intellektuellen Strömungen der chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und hochrelevant für die gesamte darauf folgende Entwicklung. Prof. Mühlhahn hat sich in seinem Vortrag zur Aufgabe gemacht, den Geschichtsabschnitt aus einem globalen Blickwinkel zu betrachten und das Paradigma zu brechen, die Bewegung sei von außen unbeeinflußt und vorrangig national orientiert gewesen. Dazu umriß er zunächst, welche Ereignisse in anderen Ländern der Bewegung des 4. Mai vorangingen, sprach dann darüber, auf welche Weisen China Zugriff auf diese Informationen hatte und gab schließlich einen kurzen Ausblick auf andere Ereignisse chinesischer Geschichte, die im globalen Kontext zu verstehen seien.</p>
<p><span id="more-352"></span></p>
<p>Als Brennpunkte verstand er dabei die Unruhen, Streiks und Boykotte des gleichen Jahres in Ägypten, die Aufruhre für Demokratie und Mitbestimmung in Indien, sowie Korea, das mit Aufständen von insgesamt etwa einer Millionen Menschen versuchte, sich von der japanischen Annektierung zu befreien. In allen drei Ländern wurden Petitionen verabschiedet, die man der Friedenskonferenz von Versailles vorzulegen plante. China habe aus den internationalen Protesten gelernt, daß es, um nicht rückständig zu werden, ähnliche Entwicklungen initiieren müsse und daß Kolonialmächte ohne Widerstand keine Selbständigkeit gewährten. Die Ziele der Bewegung des 4. Mai, die Mühlhahn auf drei Forderungen beschränkt (Aufhebung der ungleichen Verträge von 1900, Beendigung der Exterritorialität und Rückgabe Qingdaos), versuchte man mit den Methoden umzusetzen, von denen man aus dem Ausland gehört hatte.</p>
<p>Chinesische Intellektuelle erfuhren von diesem „Protestarsenal“ über verschiedene Kanäle, allem voran über die etwa 500 verbreiteten lokalen und nationalen Zeitungen, die zu der Zeit in China kursierten. Mühlhahn hat daher für seine Analyse vier Zeitungsartikel als Beispiele herangezogen: einen aus einer Publikation der Shanghaier Studentenvereinigung, einen aus der Xiangjiang-Zeitung (an der Mao Zedong maßgeblich beteiligt war) und zwei Artikel des Journalisten Zou Taufen, die allerdings erst nach 1919 erschienen sind. In den Artikeln wird jeweils auf ausländische Bewegungen verwiesen, an denen sich China orientieren könne oder müsse. Die darin implizierte Beeinflussung der Bewegung des 4. Mai durch das Ausland sei, so Mühlhahn, ein in der bisherigen Forschung vernachlässigter Aspekt.</p>
<p>Im Anschluß wurden noch verschiedene andere Eckpunkte der chinesischen Geschichte angesprochen, die allerdings nicht mehr unmittelbar mit dem 4. Mai in Verbindung standen. Zwischen dem Publikum des gut besuchten Vortragssaales und Prof. Mühlhahn entspann sich schließlich auch eine Diskussion mit vielen konkreten Nachfragen, die zwar nicht immer vollständig geklärt werden konnten, den Vortrag jedoch thematisch abrundeten und weitere Denkanstöße gaben.</p>
<p>Daß die Bewegung des 4. Mai inhaltlich größere Dimensionen annahm, als im Vortrag mit den drei Punkten umrissen wurde, heißt natürlich nicht, daß die philosophischen, literarischen, sprachlichen, aber auch weiteren politischen Gesichtspunkte nicht ebenfalls vom Ausland beeinflußt wurden. Im Gegenteil ist es sogar oft so offensichtlich, daß die Frage, ob es eine „globale“ Dimension gegeben habe, sich gar nicht stellt und in der kulturell-geistigen Seite der Bewegung des 4. Mai auch nicht von einem national oder intern beschränkten Paradigma die Rede sein kann. Mit seinem Vortrag hat Mühlhahn jedoch das spannende Forschungsfeld der politischen Abhängigkeiten eröffnet und auf die vielen noch unbearbeiteten Quellen, die vor allem in Zeitungsarchiven auf Wissenschaftler warten, hingewiesen. Es ist zu hoffen, daß in der Zukunft die Vorbilder und Wechselwirkungen der chinesischen Geschichte noch genauer untersucht werden.</p>
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		<title>Forschung im 20-Minutentakt – der 14. Japanologentag</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 06:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Jahr wurde der alle drei Jahre stattfindende Japanologentag in der Martin-Luther-Universität Halle ausgerichtet, und Japanologen kamen von hüben und drüben, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Freilich haftet solchen Veranstaltungen immer ein Hauch von Schaubudenhektik an: Es gilt schließlich, in zwanzig Minuten seine letzten Forschungsjahre zusammenzufassen, für Uneingeweihte aufzubereiten und – so vorhanden – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_269" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-269" title="Melanchthonianum der Universität Halle" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2009/10/melanchthonianum-300x225.jpg" alt="Melanchthonianum der Universität Halle" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Melanchthonianum der Universität Halle</p></div>
<p>In diesem Jahr wurde der alle drei Jahre stattfindende Japanologentag in der Martin-Luther-Universität Halle ausgerichtet, und Japanologen kamen von hüben und drüben, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Freilich haftet solchen Veranstaltungen immer ein Hauch von Schaubudenhektik an: Es gilt schließlich, in zwanzig Minuten seine letzten Forschungsjahre zusammenzufassen, für Uneingeweihte aufzubereiten und – so vorhanden – die spannenden Aspekte herauszustellen. Daß diese Forschung sich auch eher selten mit den vorgegebenen Themen deckt, hindert natürlich nicht am Vortrag – Schlagwörter haben schließlich lange Haare, an denen man sie in solchen Situationen gut herbeiziehen kann.</p>
<p><span id="more-268"></span></p>
<p>Bekanntlich ist der eigentliche Sinn dieser Veranstaltungen aber nicht die Wissensvermittlung, sondern der Austausch mit den Kollegen, und es war interessant zu sehen, daß sich auch andere mit Mori Ōgai beschäftigen. Daniel Hediger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Humboldt-Universität, hielt einen Vortrag über Mori Ōgai als Hygieniker und den Beginn einer staatlichen Biopolitik in Japan. Mit ein bißchen Vorwissen konnte man zwar nicht viel Neues über Mori erfahren, dafür wartete Hediger aber mit einigen schönen Materialien auf und Zitaten auf, von denen eines aus Moris Schrift „Beriberi und Cholera in Japan“ von 1887 an die Redaktionsbürowände hiesiger Presse gemalt werden möge: „Ich schließe mit dem Wunsche, daß ein ausländischer Forscher und Publicist über ostasiatische Gegenstände und Verhältnisse doch stets mit größter Vorsicht bei seinen Arbeiten zu Werke gehen möge.“</p>
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		<title>Wer wen?</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2009/09/wer-wen/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 18:50:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;China provoziert Gastgeber&#8221; lautet die Überschrift zu einem Video, das man heute auf den Seiten der Tagesschau sehen kann. Tendenziöse Berichterstattung, wie man sie in Deutschland gewöhnt ist, so bald (nicht nur) über China gesprochen wird. Dabei ist in nichts peinlich, selbst nicht, daß die Überschrift durch das dazugehörige Video kompromittiert wird. Dort wird nämlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_255" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-255 " title="&quot;China provoziert Gastgeber&quot; Screenshot der Tagesschau-Webseite vom 12. 09. 09" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2009/09/chinaprovoziertgastgeber-300x177.png" alt="&quot;China provoziert Gastgeber&quot; Screenshot der Tagesschau-Webseite vom 12. 09. 09" width="300" height="177" /><p class="wp-caption-text">&quot;China provoziert Gastgeber&quot; Screenshot der Tagesschau-Webseite vom 12. 09. 09</p></div>
<p>&#8220;China provoziert Gastgeber&#8221;<em> </em>lautet die Überschrift zu einem <a title="&quot;China provoziert Gastgeber&quot;" href="http://www.tagesschau.de/inland/buchmesse124.html">Video</a>, das man heute auf den Seiten der Tagesschau sehen kann. Tendenziöse Berichterstattung, wie man sie in Deutschland gewöhnt ist, so bald (nicht nur) über China gesprochen wird. Dabei ist in nichts peinlich, selbst nicht, daß die Überschrift durch das dazugehörige Video kompromittiert wird. Dort wird nämlich gezeigt, daß &#8211; als für die VR problematisch bekannte &#8211; &#8220;regimekritische&#8221; Schriftsteller Dai Qing und Bei Ling, die vorher offiziell ausgeladen waren, &#8220;im letzten Moment&#8221; doch noch eingeladen worden sind und das Programm kurzfristig geändert wurde. Petra Roth (CDU), Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main mußte auch noch einmal ihre rechtstaatliche Aufrichtigkeit beweisen und die Buchmesse &#8220;für fehlende Standhaftigkeit gegenüber den chinesischen Behörden&#8221; kritisieren &#8211; natürlich in aller Öffentlichkeit und vor dem chinesischen Komitee. Schließlich wurden die beiden kurzfristig eingeladenen Schriftsteller auch noch für ein Statement auf die Bühne geladen, worauf das chinesische Komitee den Saal verließ, um allerdings wenig später wieder zurück zu kehren. &#8211; Eine unerhörte Provokation also, wie man in der Tagesschau beflissen berichtet.<span id="more-254"></span></p>
<p>Wenn die politische Tendenz stimmt, nimmt man es mit den Fakten gerne nicht so genau, und die Frage, wer hier wen provoziert hat, wird beantwortet, noch ehe Kopf oder doch zumindest Augen und Ohren eingeschaltet werden. Mei Zhaorong, ehemaliger Botschafter, faßte die Situation auf der Messe heute in folgende Worte: &#8220;Wir sind gekommen, um Meinungen auszutauschen, nicht, um uns im Demokratieunterricht belehren zu lassen &#8211; diese Zeiten sind vorbei.&#8221;</p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 228px; width: 1px; height: 1px;">(CDU</div>
]]></content:encoded>
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		<title>Oshios Nachtlied</title>
		<link>http://www.nora-bartels.de/2009/06/oshios-nachtlied/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 19:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Bartels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge und Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Professor OSHIO Takashi 小塩節, Germanist und ehemaliger Diplomat, hielt heute in der Japanischen Botschaft einen Vortrag: &#8220;Goethe und die Japaner&#8221;. Bereits die Wahl des Titels verriet, daß es sich bei der Rede um einen populärwissenschaftlichen Vortrag handeln mußte, denn &#8220;den Japanern&#8221; begegnet man eigentlich ausgesprochen selten. In sehr liebevollem Ton und äußerst unterhaltsam rezitierte Prof. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_83" class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><img class="size-medium wp-image-83" title="Prof. Oshio" src="http://www.nora-bartels.de/wp-content/uploads/2009/06/P1020815-300x235.jpg" alt="Prof. Oshio" width="240" height="188" /><p class="wp-caption-text">Prof. Oshio</p></div>
<p>Professor O<span style="font-size:87%">SHIO</span> Takashi 小塩節, Germanist und ehemaliger Diplomat, hielt heute in der Japanischen Botschaft einen Vortrag: &#8220;Goethe und die Japaner&#8221;. Bereits die Wahl des Titels verriet, daß es sich bei der Rede um einen populärwissenschaftlichen Vortrag handeln mußte, denn &#8220;den Japanern&#8221; begegnet man eigentlich ausgesprochen selten.</p>
<p>In sehr liebevollem Ton und äußerst unterhaltsam rezitierte Prof. Oshio Goethes &#8220;Wanderers Nachtlied&#8221; in drei Sprachen, hob besonders bewegene Worte und Stimmungen darin hervor und zog einen Vergleich zu Matsuo Bashō, in dem er die These vertrat, daß die beiden Dichter ähnlich &#8220;musikalisch&#8221; dichteten. Auch streute er Anekdoten aus seiner Zeit als Übersetzer ein, legte eine preisverdächtige Thomas-Mann-Imitation hin und sang mit klarer Stimme drei Lieder. Erfuhr man zwar wenig über &#8220;Goethe und die Japaner&#8221;, so doch zumindest vieles über &#8220;Goethe und den Japaner&#8221;.</p>
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