Alle Einträge der Kategorie ‘Primärquellen’

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Ueberall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.

Aber, Fürst, wenn Dir’s begegnet
Und ein Abend so Dich segnet,
Daß als Lichter, daß als Flammen
Vor Dir glänzten allzusammen
Alles was Du ausgerichtet,
Alle die sich Dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.

J. W. v. Goethe – Weihnachtsgedichte von Guo Moruo und Mori Ōgai sind eher spärlich gesät. (Katsumi Tateno-Kracht und Klaus Kracht arbeiten aber, wie man hört, an einem Buch über Weihnachten im Hause Mori – vielleicht also nächstes Jahr an dieser Stelle mehr.)

Goethe 1819

Goethe 1819

Wenn auch mannigfaltige Aufgaben mich daran hindern, heute Eigenes zu veröffentlichen, möchte ich doch der Allgemeinheit einen kleinen Dienst tun und die bisher im Internet nicht auffindbaren Übersetzungen chinesischer Gedichte, die Goethe in dem Aufsatz Chinesisches 1827 in Über Kunst und Altertum veröffentlichte hier austellen. Die enthaltenen Gedichte übersetzte Goethe aus Thoms’ englischer Fassung The Song of a Hundred Beautiful Women.

Chinesisches

Nachstehende, aus einem chrestomathisch-biographischen Werke, das den Titel führt: „Gedichte hundert schöner Frauen”, ausgezogene Notizen und Gedichtchen geben uns die Überzeugung, daß es sich trotz aller Be­schränkungen in diesem sonderbar-merkwürdigen Reiche noch immer leben, lieben und dichten lasse.

Weiterlesen »

West-östlicher Divan

West-östlicher Divan

Obwohl Goethe bekanntermaßen aus mancherlei Sprachen übersetzte, hat er sich doch wenig theoretisch zum Übersetzen geäußert; nur hier und da finden sich einzelne Anmerkungen dazu. Der einzige etwas längere Aufsatz über die Kunst des Übersetzens steht im West-östlichen Divan. Bei der Beurteilung von Goetheübersetzungen in andere Sprache ist es sicher nicht uninteressant, was der Autor selbst für eine gute Übersetzung hielt, und so sei auch dieser Aufsatz hier einmal aufgeführt.

Übersetzungen

Da nun aber auch der Deutsche durch Übersetzungen aller Art gegen den Orient immer weiter vorrückt, so finden wir uns veranlaßt, etwas zwar Bekanntes, doch nie genug zu Wiederholendes an dieser Stelle beizubringen.

Es gibt dreierlei Arten Übersetzung. Weiterlesen »

Guo Moruos Faust - Ausgabe von 1934

Guo Moruos Faust - Ausgabe von 1934

Für den Vergleich der beiden Faustübersetzungen von Mori und Guo habe ich die Originaltext noch einmal verschriftlicht und stelle sie hier hinein, damit diese, bisher im Internet noch nicht vorhandenen Schriften auch anderen interessierten Lesern zugänglich werden.

哲理呀 ……

Weiterlesen »

Fuzanbo-Originalausgabe

Fuzanbo-Originalausgabe

In meiner Arbeit werde ich aller Voraussicht nach den Eingangsmonolog von Faust (“Nacht”) in der Übersetzung von Ōgai Mori Rintarō und Guo Moruo untersuchen. Da Moris Übersetzung nicht in der Originalfassung im Internet zu finden ist, habe ich sie hier einmal für Interessierte bereitgestellt:

はてさて、……

Weiterlesen »

Rembrandts Gelehrter, nachgestochen von Johann  Heinrich Lips für den Druck von 1970 "Faust. Ein Fragment"

Rembrandts Gelehrter, nachgestochen von Johann Heinrich Lips für den Druck von 1790 "Faust. Ein Fragment"

Die Szene, um die es sich in näherer Zukunft vorranging drehen wird, ist der Eingangsmonolog Faustens. Obwohl man seiner auch an anderen Stellen des Internets habhaft werden kann, sei hier der Vollständigkeit halber auch das Goethesche Original aufgeführt.

Habe nun, ach! …

Weiterlesen »

kindheit

Guo Moruo: Kindheit

Eine der spannendsten Zeiten in der Geschichte Chinas ist die Periode rund um die Vierter-Mai-Bewegung. Der Untergang einer Jahrtausende alten Kaiserherrschaft, der sog. Boxeraufstand, Kontakte mit dem Ausland und das langsame politische und geistige Erwachen Chinas sind alles interessante historische Ereignisse, über die man in Geschichtsbüchern viel lesen kann. Daß aber auch eine Autobiographie zur Illustration der Zeit einen anschaulichen Beitrag bieten kann, zeigt das folgende Buch.

Eine der wichtigsten Figuren diese Zeit als politischer Akteur und meinungsschaffender Intellektueller war Guo Moruo. Außerdem war er ein bedeutender Schriftsteller mit brilliantem Gedächtnis und hat mit diesen beiden Fähigkeiten der Nachwelt viele autobiographische Schriften hinterlassen. An seiner Biographie, die geradezu exemplarisch für die damalige intellektuelle Schicht war, kann man nicht nur die chinesische Geschichte in wunderbar anschaulicher Weise nachvollziehen, sondern bekommt auch einen tiefen Einblick in das Leben Guo Moruos, der bis auf die kleinsten und auch teilweise sehr privaten Details seines Lebens nichts ausläßt. Dabei ist das Buch voller Witz und von so lebendiger Schreibweise, daß man kaum davon ablassen möchte. Die zahlreichen Anmerkungen machen Vorwissen kaum notwendig, so daß auch Chinaunkundige das Buch genießen können.

Guo Moruo. Kindheit
und
Guo Moruo. Jugend

(Beides im Inselverlag erschienen, übersetzt und annotiert von Ingo Schäfer.)