Manga übersetzen II: Die Wortwahl und was am Ende fehlt

[Diese Serie behandelt die bei der Comic-Übersetzung auftretenden Sonderphänomene.] Am stärksten unterscheidet sich die Mangaübersetzung von der Übertragung anderer Schriftwerke in der Wortwahl. Einleuchtend ist, daß durch die Größe der Sprechblasen die Länge der Sätze nicht unbegrenzt ist. Obwohl also gemeinhin ein übersetzter Text länger ausfällt als der ursprüngliche Text, muß man verkürzen und vereinfachen, …

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Manga übersetzen I: Überlegungen zum Publikum

Ein nicht unbeachtlicher Teil aller Übersetzungen aus dem Japanischen sind Comicübersetzungen. Die ungebrochene Popularität der schwarz-weißen Bildgeschichten sind für verarmte Japanologen eine Möglichkeit, sich das Hartz vom Leibe zu halten. Im Grunde genommen gelten ähnliche Voraussetzungen, wie für alle anderen Übersetzungen: Es ist von Vorteil, Japanisch zu können, und wenn man dann noch das Deutsche …

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Kamigata Ukiyo-e Museum in Osaka / Nanba

Ukiyo-e, zuweilen auch Nishiki-e genannt, sind Farbholzdrucke, die in der Edo-Zeit (1603–1868) zu großer Beliebtheit gelangten. Jeder kennt die berühmte “Große Welle von Kanagawa” die der Ukiyo-e-Künstler Katsushika Hokusai schuf. Im Kamigata Ukiyo-e Museum, das direkt am Bahnhof Nanba im Zentrum von Osaka gelegen ist, kann man nicht nur Drucke der Künstler aus dem Kansai-Gebiet …

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EAJS Doktorandenworkshop

Es ist nun schon ein paar Monate her, aber der EAJS-Doktorandenworkshop, an dem ich im März 2013 teilnehmen konnte, wirkt nach, so daß ich ein wenig davon berichten werde. Jedes Jahr organisiert die European Association for Japanese Studies (EAJS) in einer anderen europäischen Stadt einen Workshop für Japanologen, die sich gerade am Anfang oder in …

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Was hier geschieht, wenn hier nichts geschieht

In den nächsten zwei Jahren forsche ich an der Universität Osaka für mein Dissertationsthema, das den Arbeitstitel »Gesaku im Schaffen japanischer Schriftsteller der Gegenwart: Inoue Hisashis Beschäftigung mit der Literatur der späten Edo-Zeit« trägt. Genauer geht es dabei um folgendes:

Mundart, Dialekt und unlösbare Probleme

Für junge Menschen scheint alles so einfach. Gut, das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Manches erscheint geradezu unerreichbar: regelmäßiges Arbeiten, eigene Kinder, oder in meinem Fall die Fahrerlaubnis. Aber zu Beginn grenzenlos ist das Vertrauen darin, daß alles auf der Welt übersetzbar sei. Man liest Bücher und Aufsätze, die hartnäckig erklären, kein Text der Welt …

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Drum prüfe, wer etwas zitieret…

GUO Moruo ist, vorsichtig ausgedrückt, eine ambivalent wahrgenommene Gestalt der chinesischen Geschichte. Das hat ganz verschiedene Gründe, sei es Guos Mitgliedschaft in der KPCh, seine Rolle in der Kulturpolitik, die Untreue zu seiner ersten, von seinen Eltern vermittelten Frau – die Liste läßt sich fortführen. Ärgerlich wird es, wenn die einmal gefaßte Abneigung in der …

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Ein Wort von Kimura Naoji

»Der Weisheit letzter Schluß ist also bei mir dieses: Man soll Goethe nicht in irgendeiner Übersetzung lesen, sondern immer nur im Originaltext, und zwar in einer ausführlich kommentierten Ausgabe. Es lohnt sich, deswegen die deutsche Sprache zu erlernen. Oder aber vielleicht mache ich für mich persönlich eine japanische Faust-Übersetzung. Sie wird dann sicher meiner Kritik …

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Äpfel und Birnen

Nach all den sprachlichen Problemen, die hier schon behandelt wurden, blieb doch noch ein wichtiger Punkt zu wenig erwähnt: die Übersetzung von Kulturtatsachen und ihre Tücken. Als Anlaß sei ein kleiner Satz zitiert, den man heute in der Bildergallerie der Tagesschau lesen konnte: In der indischen Stadt Hyderabad töpfert ein Mann ein Ölgefäß für das …

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Vom Vermeidenswerten

Bevor man mit einer Übersetzung beginnt, kann es nicht schaden, wenn man sich einmal umsieht, was zur Technik des Übersetzens verfaßt worden ist – schon aber steht man im Bücherwald und weiß nicht ein noch aus. Einen amüsanten Einstieg in die häufigsten Fehler, die beim Übersetzen unterlaufen können, findet sich im Aufsatz „Wettbewerb der Übersetzer. …

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