Paradoxe Forschung an fremdsprachlicher Literatur

Jüngst hatte ich mit einer Germanistin, die in Japan unterrichtet, ein interessantes Gespräch zum Sinn und Unsinn der Beschäftigung mit ausländischer Literatur. Sie erzählte mir von einer Doktorandin, die nicht besonders gut das Deutsche beherrsche, aber schon seit zwei Jahren daran arbeite, die Buddenbrooks zu untersuchen. Da es aber schon genug deutsche Forscher gebe, die …

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Vormoderne Literatur an der Universität Osaka – ein Rückblick

Meine Zeit in Osaka neigt sich dem Ende zu und es scheint der rechte Moment gekommen, zurückzuschauen. Ich habe im Seminar für vormoderne Literatur der Universität Osaka als sogenannter “Special Researcher” vor allem am Unterricht von Prof. Iikura Yôichi teilgenommen. Bisher waren mir eher negative Erfahrungen anderer deutscher Studenten in Japan zu Ohren gekommen – …

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Unchi – ein Kack-Eintrag

Ein nicht so klassischer Fall von Übersetzungskonflikt begegnet mir, wenn ich einige unserer japanischen Kinderbücher meinem Sohn auf Deutsch “vorlese”. Genauer gesagt geht es um sogenannte “Toiretto treeningu”-Bücher, die kleinen Japanerinnen und Japanern beibringen, wie sie sich von der Windel entwöhnen und allein ihr Geschäft verrichten. Man merkt es schon an der verklemmten Formulierung “Geschäft …

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Gesaku in the Work of Inoue Hisashi

[The following text is the English abstract of my PhD thesis.] [Deutsche Version] [日本語] One major goal of my dissertation thesis is to present a better understanding of  the work of Inoue  Hisashi by explaining the role of its immanent intertextual references and dependencies. Special focus is placed on references to the so-called gesaku literature …

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Inoue Hisashi und Christopher Robins: New Tales of Tono

Es klang schon das ein oder andere Mal in diesem Journal an, daß Werke von Inoue Hisashi nicht eben leicht zu übersetzen sind. Christopher Robins Übertragung von Shinshaku Tōno monogatari, die jüngst bei MerwinAsia Publishing als “New Tales of Tono” erschienen ist, merkt man das nicht an. Die leichtfüßigen, durch die Spannung auch schnell gelesenen …

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Manga übersetzen V: Frustmanagement und Trost

[Diese Serie behandelt die bei der Comic-Übersetzung auftretenden Sonderphänomene.] Die vorangegangenen Einträge der kurzen Serie haben sicherlich einen Eindruck davon hinterlassen, wie schwierig oder sogar unmöglich manche Facetten des Comicübersetzens sein können, und wie unbefriedigt man oft auf das fertige Werk blicken muß. Diesen kleinen Nachtrag daher als Aufmunterung. Keine Übersetzung, auch nicht die zwischen …

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Manga übersetzen IV: Undurchdringlicher Humor

[Diese Serie behandelt die bei der Comic-Übersetzung auftretenden Sonderphänomene.] Humor gilt als der Teil der Sprache, bei denen der Übersetzer zuerst bis ans Unübersetzliche stößt. Zu Recht ist darüber das ein oder andere Buch geschrieben worden – zum Beispiel das neulich hier erwähnte von Cohn: Studies in the Comic Spirit in Modern Japanese Fiction oder …

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Manga übersetzen III: 4 Lösungswege für Soundwords / Geräuschwörter

[Diese Serie behandelt die bei der Comic-Übersetzung auftretenden Sonderphänomene.] In keiner mir bekannten Sprache gibt es so viele lautimitierend Wörter (giongo) wie im Japanischen. Das deutsche, das seine Onomatopoesie in der Regel zu Verben umgeformt hat, zuckt bei Übersetzungsversuchen nur hilflos mit den Achseln und zieht höchstens ein “rumms” oder “tock tock” aus dem Hut. …

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Manga übersetzen II: Die Wortwahl und was am Ende fehlt

[Diese Serie behandelt die bei der Comic-Übersetzung auftretenden Sonderphänomene.] Am stärksten unterscheidet sich die Mangaübersetzung von der Übertragung anderer Schriftwerke in der Wortwahl. Einleuchtend ist, daß durch die Größe der Sprechblasen die Länge der Sätze nicht unbegrenzt ist. Obwohl also gemeinhin ein übersetzter Text länger ausfällt als der ursprüngliche Text, muß man verkürzen und vereinfachen, …

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Manga übersetzen I: Überlegungen zum Publikum

Ein nicht unbeachtlicher Teil aller Übersetzungen aus dem Japanischen sind Comicübersetzungen. Die ungebrochene Popularität der schwarz-weißen Bildgeschichten sind für verarmte Japanologen eine Möglichkeit, sich das Hartz vom Leibe zu halten. Im Grunde genommen gelten ähnliche Voraussetzungen, wie für alle anderen Übersetzungen: Es ist von Vorteil, Japanisch zu können, und wenn man dann noch das Deutsche …

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