Aber haben Sie es auch gelesen? – Mit diesen Sätzen lockt der japanische Comic Fausuto, Goethes Werk kennen zu lernen.
Faust auf der Bühne aufzuführen ist wegen der inhaltlichen Dichte, aber der losen dramatischen Konstruktion ein keineswegs leichtes Unterfangen. Welche Möglichkeiten bietet ein Comic? Nun, zum einen sind keine Grenzen gesetzt, was die optische Gestaltung, die Darstellung von Zauberei, Hexen und so fort angeht. Ein weiterer Vorteil bei der Umsetzung eines Dramas ist, daß man dabei nicht auf Text verzichten muß – von Bühnenanweisungen abgesehen, hat man den reinen Sprechtext, der sich, so sollte man meinen, gut mit einem Comic, das ebenfalls nahezu ohne erklärenden Text auskommt, verbinden läßt.
Doch bereits da stößt man auf die ersten Probleme. Ein Leser dieser Gattung erwartet Bilderwechsel, bei denen etwas passiert. Wie aber bringt man 127 Verse Monolog, in denen nicht viel mehr passiert, als daß ein Buch aufgeschlagen wird, auf eine Comicseite; wie den Osterspaziergang in eine Sprechblase?

