Einträge vom August 2009

Goethe 1819

Goethe 1819

Wenn auch mannigfaltige Aufgaben mich daran hindern, heute Eigenes zu veröffentlichen, möchte ich doch der Allgemeinheit einen kleinen Dienst tun und die bisher im Internet nicht auffindbaren Übersetzungen chinesischer Gedichte, die Goethe in dem Aufsatz Chinesisches 1827 in Über Kunst und Altertum veröffentlichte hier austellen. Die enthaltenen Gedichte übersetzte Goethe aus Thoms’ englischer Fassung The Song of a Hundred Beautiful Women.

Chinesisches

Nachstehende, aus einem chrestomathisch-biographischen Werke, das den Titel führt: „Gedichte hundert schöner Frauen”, ausgezogene Notizen und Gedichtchen geben uns die Überzeugung, daß es sich trotz aller Be­schränkungen in diesem sonderbar-merkwürdigen Reiche noch immer leben, lieben und dichten lasse.

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Nicht nur in europäischen Gefilden betreibt man Bilderstürmerei – ob nun mit bösen Absichten oder im Glauben, Goethe verbessern zu müssen oder können. Der chinesische Dramatiker Shenlin (沈林) konnte mit seinem Stück “Faust. Eine Raubkopie” (盗版浮士德) große Erfolge auf der Pekinger Bühne verzeichnen, wo es zu Goethes 250. Geburtstag uraufgeführt wurde. Es ist ein wildes Sammelsurium aus Originaldialogen (z.B. der Kerkerszene), anderen Versatzstücken über Goethe mit einer starken, bis ins Lächerliche gezogenen Modernisierung (Mephisto als Fernsehregisseur, Gretchen als Praktikantin, Faust im Auftrag der NASA auf dem Mond…). Die Verflachung ist vorprogrammiert – aber sehen wir anhand eines kurzen Ausschnittes, den ich übersetzt habe, selbst nach, was man im 21 Jhd. unter dem Namen “Faust” schreiben und aufführen kann.

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Dieter E. Zimmer: Redens Arten

Dieter E. Zimmer: Redens Arten

Bevor man mit einer Übersetzung beginnt, kann es nicht schaden, wenn man sich einmal umsieht, was zur Technik des Übersetzens verfaßt worden ist – schon aber steht man im Bücherwald und weiß nicht ein noch aus. Einen amüsanten Einstieg in die häufigsten Fehler, die beim Übersetzen unterlaufen können, findet sich im Aufsatz „Wettbewerb der Übersetzer. Die einstweilige Unentbehrlichkeit des Humantranslators“ aus Dieter E. Zimmers Essayband Redens Arten.

Der Essay, ursprünglich erschienen in der Zeit im Jahre 1965, behandelt anhand einer unterhaltsamen Anekdote – dem Umstand, das Zimmer 620 Übersetzungen einer Prosaskizze von Graham Greene lesen und die beste auswählen mußte – die 16 häufigsten Probleme,  die beim Übersetzen auftreten können. Dieter E. Zimmer ist selbst Übersetzer und hat unter anderem viele Werke Nabokovs aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, so daß er auch seine eigenen Erfahrungen in den Aufsatz einfließen lassen konnte – seine These dabei ist, daß Übersetzungstheorien beim Übersetzen nicht helfen können – statt dessen bietet er einen Leitfaden dafür, was unbedingt zu Vermeiden sei.

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