Einträge vom Juli 2009

Chinesisches Reimwörterbuch

Chinesisches Reimwörterbuch

Romanisierung, das heißt Umschreiben von Schriftzeichen in die lateinische Schrift, kann sowohl für chinesische als auch für japanische Texte eine nervenzermürbende Übung sein. Gerade bei Gedichten und natürlich auch bei Versdramen ist aber neben der Übertragung des Inhalts auch die der Form ein interessanter Untersuchungsgegenstand, und ein Rhythmus läßt sich nur dann feststellen, wenn man weiß, wie diese Zeichen eigentlich ausgesprochen werden sollen – man kommt also nicht um die Romanisierung.

Dem Übersetzer stellen sich auf seinem Weg nach Rom allerdings einige Hindernisse: An einem chinesischen bzw. sino-japanischen Schriftzeichen läßt sich nämlich nicht die Aussprache, nur bestenfalls der Sinn ablesen. Auch, wenn einige Zeichen lautbeschreibende Elemente haben, so hat sich die Sprache in den über 3000 Jahren chinesischer Schriftgeschichte inzwischen so weit verändert, daß es nicht mehr möglich ist, die genaue Aussprache oder gar den Ton oder Tonhöhenakzent daran abzulesen. Dafür gibt es ja die Wörterbücher, möchte man meinen: doch schon im Chinesischen, in dem es doch für ein Zeichen heute selten mehr als eine Aussprache gibt, kommt man da schnell in Schwierigkeiten.

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Gentes: Evaluation von Übersetzungen

Anne Gentes: Evaluation von Übersetzungen

Bei der Arbeit an den Goetheübersetzungen wird eine Beurteilung über die Qualität der Übersetzungen – sei es auch nur indirekt – nicht ausbleiben können. Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, sind daher Bücher für mich interessant, die schon das notwendige Handwerkszeug dafür mit sich bringen, aus dem ich mir dann das ein oder andere Hämmerchen zum Bearbeiten meiner eigenen Texte ausleihen kann.  Anne Gentes Untersuchung zur Evaluation von Übersetzungen – am Beispiel von Akutagawa Ryūnosuke: Kappa, das 2004 im iudicium-Verlag veröffentlicht wurde, schien da die richtige Wahl, denn schließlich verspricht es zu zeigen, wie man Übersetzungen bewerten kann.

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»Um dem Leser ohne sinologischen Hintergrund einen besseren Zugang zu “Der rote Stein” zu geben, aber auch das Verständnis für die auf den ersten Blick sehr fremden Hintergründe zu erleichtern, wurde bei der Übersetzung besonderer Wert darauf gelegt, auch dem „Anfänger“ in der Welt der asiatischen Literatur einen guten Einstieg zu gewährleisten. So wurden die eher unübersichtliche Personage von 283 auf leserverträgliche dreißig Figuren gekürzt, wobei besonderer Wert auf eine möglichst genaue Beibehaltung aller Beziehungen gelegt wurde. Um das zu erreichen, wurden dementsprechend einige Figuren, die vormals von verschiedenen Personen im Roman verkörpert wurden, gefühlvoll zusammengeschmolzen.

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West-östlicher Divan

West-östlicher Divan

Obwohl Goethe bekanntermaßen aus mancherlei Sprachen übersetzte, hat er sich doch wenig theoretisch zum Übersetzen geäußert; nur hier und da finden sich einzelne Anmerkungen dazu. Der einzige etwas längere Aufsatz über die Kunst des Übersetzens steht im West-östlichen Divan. Bei der Beurteilung von Goetheübersetzungen in andere Sprache ist es sicher nicht uninteressant, was der Autor selbst für eine gute Übersetzung hielt, und so sei auch dieser Aufsatz hier einmal aufgeführt.

Übersetzungen

Da nun aber auch der Deutsche durch Übersetzungen aller Art gegen den Orient immer weiter vorrückt, so finden wir uns veranlaßt, etwas zwar Bekanntes, doch nie genug zu Wiederholendes an dieser Stelle beizubringen.

Es gibt dreierlei Arten Übersetzung. Weiterlesen »